Um sich ein Bild von den baulichen Gegebenheiten zu machen, haben sich Mitglieder des Bauausschusses der Stadt in der Bösdorfer Tagesstätte getroffen. Das Domizil der "Drömlingsstrolche" ist viel zu klein. Seit Jahren kämpfen die Bösdorfer für einen Anbau, der etwa 175000 Euro kosten soll.

Bösdorf l "Wir freuen uns im Namen der Kinder und Eltern, dass das Interesse für unsere Kindereinrichtung da ist", sagte Helga Willecke, Leiterin der Bösdorfer Kindertagesstätte (Kita), als sie am Donnerstag den Bauausschuss der Einheitsgemeinde begrüßte. Zur Zeit werden in der Kita 27 Kinder betreut, davon sind elf in einem Alter von einem bis zu drei Jahren in einer Krippengruppe sowie 16 Mädchen und Jungen von drei bis zu sechs Jahren in einer Kindergartengruppe.

"Wir sind sehr gut ausgelastet. Das bleibt auch so. Die Kinder kommen nicht nur aus Bösdorf, sondern auch aus Lockstedt. Demnächst werden noch einige Kinder aufgenommen", blickte die Kita-Leiterin voraus und machte auf die beengten Verhältnisse aufmerksam. Laut Zulassung können 31 bis 35 Kinder die Kita besuchen. Seit vielen Jahren besteht der Wunsch, die Einrichtung mit einem Bewegungsraum zu vergrößern.

Platzprobleme gibt es nicht nur bei sportlichen Aktivitäten und beim Spielen, auch die Garderobe sei viel zu klein. Während die vorhandene Sanitäranlage für die Kinder ausreichend ist, soll im Zuge der Umbauarbeiten eine neue Lösung für die Toilette der Erzieherinnen und ein Büro geschaffen werden. Architekt Matthias Kraul legte den Ausschussmitgliedern den Plan vor. "Mit dem Bewegungs- und Mehrzweckraum erreichen wir die Quadratmeterzahl, die laut neuem Kinderförderungsgesetz vorgeschrieben ist. Die Garderobe könnte durch eine Umnutzung der kleineren Räumlichkeiten vergrößert werden", erläuterte Kraul. "Die neue Sanitäranlage könnte behindertengerecht ausgebaut werden. Der Bewegungsraum soll ja auch für Elternabende und Veranstaltungen genutzt werden. Es kommen ja auch Eltern und Großeltern zu Besuch, die eine barrierefreie Toilette benötigen", erklärte Sabine Fischer, Mitarbeiterin des Bauamtes. Dringend gebraucht werden noch Unterlagen des Abwasserzweckverbandes, um genau zu sehen, wo die Leitungen auf dem Grundstück verlaufen. Im Bauamt liegen keine Unterlagen vor.

"Die Dachkonstruktion des vorhandenen Gebäudes ist wahrscheinlich Ende der 80er Jahre entstanden. Sie ist tragfähig. Es besteht noch kein Handlungsbedarf", beschrieb der Planer. Vorsichtshalber soll die Dachkonstruktion bei der Maßnahme nicht angefasst werden. Nur die vorhandene Dämmung solle in Ordnung gebracht werden.

Stadtratsmitglied Edwin Wietig (UWG) fragte nach den Kosten. "Ziel ist es, in dem veranschlagten Kostenrahmen zu bleiben", betonte Sabine Fischer. Für den Anbau eines Bewegungsraumes sind etwa 175000 Euro geplant. "Die Gemeinde Bösdorf hat noch Rücklagemittel. Die Bösdorfer hatten auf eine Straßenbaumaßnahme zugunsten der Kita verzichtet", erklärte Bürgermeisterin Silke Wolf (Die Linke).