Viele Worte, Sekt und Soljanka hat es beim Neujahrsempfang der Gemeinde Calvörde gegeben. Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake hat den Ehrenamtlichen gedankt und mit Sorgenfalten auf die Finanzsituation geblickt.

Calvörde l Zu einem Austausch zwischen Politik und Wirtschaft hieß Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) über 150 Gäste willkommen. Für ein festliches Ambiente sorgte das Klarinetten-Ensemble der Kreismusikschule Wolmirstedt-Haldensleben.

Thomas Webel (CDU), Minister für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, gehörte zu den Ehrengästen. Neben den Politikern wurden im Besonderen Vertreter aus Handel und Gewerbe sowie die Gemeinderäte, die Ortsteilbeauftragten und sachkundigen Einwohner sowie der Verbandsgemeinde-Wehrleiter Friedbert Kloss und die Ortswehrleiter begrüßt. Besonders freute sich Schliephake über die Präsenz der Vertreter der Wirtschaft und sozialen Einrichtungen aus allen elf Ortsteilen und aus den 35 Vereinen, die maßgeblich das öffentliche Leben der Gemeinde gestalten.

Beim Rückblick beschrieb Schliephake 2013 aus kommunaler Sicht als ein richtungsweisendes Jahr und eine Herausforderung, was den Finanzrahmen betrifft. Zum einen habe das Finanzausgleichsgesetz zur Minderung der Einnahmen geführt und zum anderen stand die Umstellung in einen doppischen Haushalt auf der Agenda. Diese Umstellung war so umständlich, dass einige geplante Baumaßnahmen aus Zeitnot nicht mehr durchgeführt werden konnten. Fertiggestellt wurde der Sportboothafen, der mit 90 Prozent gefördert wurde. "Leider ist uns die notwendige Vernetzung mit der Gaststätte Grieps nicht gelungen", blickte er zurück und erklärte: "Die Neuverpachtung und die damit angedachte Belebung haben zu einem enttäuschenden Ergebnis geführt. Hier ist für 2014 dringender Handlungsbedarf angesagt."

Eine wichtige Entscheidung habe Calvörde mit der Bereitschaft zur Mitarbeit in einem Arbeitskreis zur Entwicklung eines regionalen Wirtschaftsraumes von Velsdorf bis Oebisfelde getroffen. Der Mittellandkanal soll noch attraktiver werden.

"Auch wenn die Rahmenbedingungen für Calvörde durch die Vielfalt von kleinen und mittelständischen Unternehmen vermeintlich günstig erschienen, sind wir finanziell längst nicht so ausgestattet, um alle Wünsche zu erfüllen", gestand er und berichtete von Sorgenfalten mit dem Blick auf die Finanzlage. "Umlagen an den Landkreis und an die Verbandsgemeinde erhöhen sich. Das geschieht bei geringeren Einnahmen von Steuern und Landesmitteln. Das bedeutet, dass wir mit einem zusätzlichen Anfangsdefizit von rund 300000 Euro ins Rennen gehen. Irgendwann wird die Decke beim Zerren zu kurz, um Löcher zu stopfen."

Schliephake kritisierte, dass die Bürger nicht mehr die vereinbarten Verwaltungsleistungen in Calvörde in Anspruch nehmen können. Trotz der negativen Prognosen soll Calvörde auch weiter vorangebracht werden. So zählte der Bürgermeister einige Vorhaben - wie die Terrasse vom Dorster Schloss und der Lückenschluss des Kirschweges in Calvörde - auf, die trotz knapper Kassen realisiert werden.

Im Oktober 2013 war der Startschuss für den Ausbau der Landesstraße 24 in Wegenstedt gefallen. Das etwa 1,1 Millionen Euro teure Vorhaben des Landes Sachsen-Anhalt und der Gemeinde Calvörde ist für Ende Juni vorgesehen. Ein Wunsch ging an Verkehrsminister Webel, doch gleich im Rahmen der Vollsperrung die Verbindung der L 24 bis nach Etingen zu erneuern.

Gute Kontakte zur Wirtschaft

"Die L 24 ist von Haldensleben bis Calvörde in einem sehr guten Zustand. Wir werden natürlich weiter dafür sorgen, dass diese Straße bis Oebisfelde komplett so in dem Zustand ist wie sie sein soll", erklärte der Minister. Seit 1994 habe er die Entwicklung von Calvörde miterlebt. "Calvörde hat schon immer gute Kontakte mit der Wirtschaft gepflegt. Natürlich ist es auch wichtig, dass sich die Menschen in ihren Orten wohlfühlen", so Webel.

Landrat Hans Walker (CDU) ging in seiner Rede auch auf die Finanzen ein. "Wir haben den Kreisumlagesatz natürlich nicht erhöht, obwohl wir eine Kürzung in den Zuweisungen des Finanzausgleichsgesetzes um 17,3 Prozent hatten. Das heißt, wenn man die Wirtschaftskraft hat, hat man die Solidarität zu üben. Das wollen wir ja auch tun", beschrieb er und hob auch die positive Entwicklung der Gemeinde Calvörde hervor. "Trotz des Ärgers über Verwaltungsreformen sollte man von sich ausgehen. Wichtig ist, dass man sich dort, wo man lebt, wohl fühlt", betonte Walker und appellierte, sich auch aktiv einzubringen.

Passend dazu hielt Marlis Schünemann aus Haldensleben einen Festvortrag mit dem Titel "Lust und Spaß bei der Entwicklung des ländlichen Lebens".

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