Unter dem Dach der Grundschule Rätzlingen geht es eigentlich um schulische Leistungen, doch Holzwürmer haben ganze Arbeit geleistet. Etwa zwei Drittel der Dachbalken sind von den Schädlingen befallen. Geprüft werden soll, ob das befallene Holz ausgewechselt oder eine neue Konstruktion gebaut wird.

Rätzlingen l Beim Ausbau der Räume für den Hort, der in das Schulhaus ziehen soll, wurden auch die Decken isoliert. "Dabei wurde durch Zufall festgestellt, dass die Konstruktion des Hauptgebäudes der Schule total desolat ist. Der Holzwurm hat die Balken fast aufgefressen. Damit hat niemand gerechnet", schilderte Rätzlingens Ortsbürgermeister Wilhelm Behrens (parteilos). Der Schock war groß, denn erst vor etwa 10 oder 15 Jahren wurde eine Behandlung gegen Schädlinge dort durchgeführt. "Wahrscheinlich war das Ergebnis dieser Behandlung gleich null", bedauerte Behrens. Ein Gutachten ergab, dass etwa zwei Drittel der Dachkonstruktion ausgewechselt werden muss. "Es ist tragisch, dass die Konstruktion durch den Befall so stark beschädigt wurde. Das Gebäude wurde erst Anfang der 80er Jahre errichtet. Nur die obere Spitze der Konstruktion ist noch gut. Der Rest muss ausgetauscht werden. Die übrigen Hölzer müssen behandelt werden", beschrieb Sabine Fischer, Mitarbeiterin des städtischen Bauamtes.

Die Auswechslung der befallenen Hölzer kostet etwa 105000 Euro. "Wenn wir einmal ans Dach gehen und Geld dafür in die Hand nehmen, sollten wir auch die Dämmung draufbringen", schlug Silke Wolf (Die Linke), Bürgermeisterin der Stadt Oebisfelde-Weferlingen, vor.

Die Wärmedämmung würde noch mit etwa 15000 Euro dazu kommen. Insgesamt würde die Maßnahme dann etwa 120000 Euro kosten.

"Wer garantiert uns, dass der Hausbock weg ist, wenn wir die Balken nur teilweise auswechseln und den Rest spritzen?", wollte Stadtratsmitglied Bernd Schuster (SPD) wissen. Sabine Fischer berief sich auf das Gutachten: "Es wurden extra Proben genommen. Das Auswechseln und Ausspritzen soll ausreichen."

150000 Euro sollen zunächst eingeplant werden

Das Hauptdach wurde nach der Wende schon einmal neu gedeckt. Das bedeutet, dass die Dachziegeln wieder auf das Dach kommen können. Geprüft werden soll auch, ob es nicht besser wäre, gleich die ganze Holzkonstruktion zu erneuern. Die Kosten sollen gegenübergestellt werden.

Behrens fragte nach, ob das Dach nicht flach gebaut werden könnte. "Das ist ja ein riesiger Tanzboden, der nicht benutzt wird", so Behrens. Das wäre laut Bauamtsmitarbeiterin eine statische Geschichte, die ebenfalls geprüft werden müsste.

Der Bau- und Vergabeausschuss der Stadt einigte sich, dass der Antrag im Stadtrat gestellt wird, erst einmal 150000 Euro für das Dach einzuplanen. Erst im Nachhinein soll entschieden werden, welche Variante die beste sei.