Von den Schließungsplänen der Landesregierung ist auch die Grundschule Angern betroffen. Damit wollen sich die Angeraner aber nicht abfinden und planen eine Schule in freier Trägerschaft. Der Verbandsgemeinderat diskutierte auf seiner jüngsten Beratung in Loitsche darüber.

Loitsche l Der Förderverein der Grundschule Angern hat zum Jahresende fristgerecht einen Antrag auf Bildung einer freien Schule in Angern beim Kultusministerium eingereicht. Sollte er genehmigt werden, kann im August erstmals eine erste Klasse in die freie Schule eingeschult werden.

"Der Antrag muss innerhalb von acht Wochen bearbeitet werden, so dass wir für Ende Februar eine Entscheidung erwarten", informierte Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Schmette (CDU) am Montag den Verbandsgemeinderat. Ein Tagesordnungspunkt auf der Beratung war eine noch abzuschließende Vereinbarung zwischen dem Förderverein und der Verbandsgemeinde.

Die Verwaltung hatte dafür einige Grundsätze formuliert. Unter anderem auch, dass Einschulungen aus dem Schul- einzugsbereich Burgstall nur möglich sind, wenn dadurch die Klassenbildung in Burgstall nicht gefährdet wird. Auch Einschulungen aus Schuleinzugsbereichen anderer Grundschulen der Verbandsgemeinde sind nur nach vorheriger Zustimmung der Verbandsgemeinde möglich. Im Gegenzug ist eine finanzielle Unterstützung für die freie Schule durch die Verbandsgemeinde bis zum Jahr 2017 geplant.

Der Vereinbarungsentwurf sorgte für reichlich Diskussionsstoff. "Wer will verantworten, dass eine staatliche Schule durch eine Schule in freier Trägerschaft kaputtgemacht wird", argumentierte Burgstalls Bürgermeister Sigurd Heimann (parteilos). "Wenn in Angern eine freie Schule öffnet, fehlen die Kinder in Burgstall", sah auch der Rogätzer Bürgermeister Wolfgang Großmann (parteilos) Probleme. "Wenn der Verbandsgemeinderat dazu steht, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Grundschulen zu erhalten, müssen wir zu einer Vereinbarung mit dem freien Träger kommen", machte Peter Schröder (SPD) deutlich. Angerns Bürgermeister Egbert Fitsch (parteilos) mahnte die Ratsmitglieder, den Abschluss einer solchen Vereinbarung genau zu bedenken. "Sollte es zu keiner Vereinbarung kommen, hat die Verbandsgemeinde auch keinerlei Einflussmöglichkeiten auf den freien Träger mehr." "Worüber wir entscheiden sollen, das gleicht einem Spagat zwischen dem Erhalt der Grundschule Burgstall und der notwendigen Einflussnahme auf den freien Träger", verbildlichte Wolfgang Großmann die zwiespältige Situation der Ratsmitglieder.

Einige Überlegungen gingen sogar soweit, alle sechs Grundschulen der Verbandsgemeinde in eine freie Trägerschaft zu geben. Schließlich einigte sich der Rat mehrheitlich darauf, diesen Tagesordnungspunkt zu vertagen. Die Verwaltung wurde beauftragt, bis zur nächsten Sitzung den Entwurf einer Vereinbarung gemeinsam mit dem freien Träger auszuarbeiten. Westheide-Bürgermeister Hartmut Jahn (CDU) wies danach noch auf die unbefriedigende Situation der Hillersleber Ohretal-Grundschule hin. "Die Eltern sind total verunsichert. Sie wissen bis jetzt noch nicht, ob sie ihre Kinder in Hillersleben einschulen dürfen oder nicht."