Haldensleben/Hillersleben l "Ich war sehr überrascht von dem Sprachniveau der Kinder", erzählt Roberto Guillot Miguel. Der 29-jährige Fremdsprachen- assistent aus Valencia ist im Rahmen eines europäischen Förderprogramms seit September an der Evangelischen Sekundarschule im Einsatz. Die Schule ist wegen Umbauarbeiten am eigentlichen Standort in Haldensleben gegenwärtig in Hillersleben untergebracht.

"Ich habe am Englisch- unterricht bei Frau Kampelmann teilgenommen, die 12-, 13-Jährigen können richtig gut englisch sprechen. Das ist bei uns in Spanien anders", sagt er. Da bringe Sprachunterricht nicht so gute Leistungen hervor.

Auch vom Spanisch- unterricht an der Schule ist der junge Mann sichtlich beeindruckt. Spanisch wird als zweite Fremdsprache an der Evangelischen Sekundarschule unterrichtet. Seit vier Jahren unterweist Martha Minuta, eine gebürtige Peruanerin, die Mädchen und Jungen in ihrer Muttersprache. Sie kocht auch mit den Schülern und lernt mit interessierten Eltern spanisch, so wie Schulleiterin Pia Kampelmann einen Englischkurs für Eltern eingerichtet hat.

Noch bis Ende Mai wird Roberto Miguel an der Evangelischen Sekundarschule bleiben. Er unterstützt den Spanisch- unterricht, bekräftigt aber: "Ich bin kein Lehrer!" Der Spanier hat zunächst Tourismus studiert, dann noch ein Studium als Übersetzer/Dolmetscher für Englisch angeschlossen. Deutsch ist für ihn eine Ergänzung. Vor zwei Jahren hat er sechs Monate in Leipzig Deutsch gelernt, jetzt hat er die Gelegenheit genutzt, die das Förderprogramm bietet, um noch einmal nach Deutschland zu kommen. Er kann sich auch vorstellen, vielleicht in Deutschland noch seinen Master zu machen. Magdeburg als Studentenstadt gefällt ihm. Zunächst aber muss er im Juni in Spanien die letzten Prüfungen ablegen. Einen Job gibt es danach aber nicht, weiß er.

Die Zeit an der Sekundarschule genießt er: "Ich habe viel Glück gehabt mit den Kollegen und den Kindern." Er unterstützt Martha Minuta im Unterricht. "Ich bin ein bisschen Sprachpolizei", erklärt er strahlend.

Alle zwei Wochen bereitet er zudem einen kleinen Vortrag über eine spanische Stadt vor, denn er will nicht nur Sprache, sondern auch Landeskunde vermitteln. Nach Weihnachten hat er deshalb auch spanische Süßigkeiten zum Probieren mitgebracht - "Turrón" mit Mandeln, "sehr süß", versichert er verschmitzt.