Die Kirchenfenster von St. Godebert zu Bebertal strahlen wieder in neuem alten Glanz. In dieser Woche setzten Restaurateure das letzte und schönste Fenster ein. Dessen Wiederherstellung war am aufwändigsten gewesen.

Bebertal l Länger als erwartet hatte es gedauert, bis das letzte und schönste Kirchenfenster wieder seinen angestammten Platz in der Bebertaler Radfahrkirche St. Godebert bekommen hat. Die Wiederherstellung des vor vielen Jahrzehnten zersplitterten Kopfes im Jesusbild hatte für Probleme gesorgt. Der Förderverein hatte sogar die Firma wechseln müssen.

Vergebliche Suche nach dem Originalbild

"Es gab keinen historische Vorlage mehr, wie der Kopf der Jesusabbildung einmal ausgesehen hatte. Mit den Vorschlägen der ursprünglich beauftragten Firma waren wir unzufrieden gewesen. Deshalb haben wir eine neue Firma beauftragt", berichtete Torsten Schmidt von der Kirchengemeinde.

Zusammen mit Renate Rogge vom Förderverein verfolgte Schmidt in dieser Woche die Einsetzung des Fensterbildes.

Den Zuschlag für die Krönung der Fenstersanierung hatte die Quedlinburger Glaswerkstatt Schneemelcher bekommen. Deren Vorgängerfirma hatte, so zeigt es ein Schriftzug auf dem Jesusbild, die Fenster von St. Godebert im Jahre 1911 hergestellt. "Es gibt aber keinerlei Unterlagen mehr darüber", berichtete Roland von Homeyer, der mit seinem Kollegen Heinz Schuhmann nach Bebertal gekommen war.

Mit dem Förderverein und der Kirchengemeinde hatten sich die Fachleute auf eine passende künstlerische Vorlage verständigt, deren malerische Umsetzung nun in der Kirche leuchtet.

"Unsere Malerin Sandra Schischkowski hat das Bildnis mit der Technik der Schwarzlotmalerei auf das Echt-Antik-Glas gebracht. Die Farben wurden bei 600 Grad im Bleiofen ins Glas gebrannt." Fünf Prozent dieses letzten Fensters mussten komplett erneuert werden. Der Jesuskopf machte das Gros davon aus. Von den übrigen 95 Prozent der ovalen Fensterfläche mussten zahlreiche Sprünge geklebt und retuschiert werden. Viele davon waren durch Steinschläge verursacht worden.

Taufengel ist auf dem Wege der Genesung

Roland von Homeyer befestigte nach der Einsetzung die Windeisen an der Innenseite und empfahl den Kirchenfreunden Schutzvorrichtungen für die Außenseite.

Wenn die Temperaturen wieder dauerhaft steigen, kommen von Homeyer und Schuhmann noch einmal nach Bebertal und bestreichen die Einfassungen des Fenstern mit Spezialmörtel.

Insgeamt sind nun alle 19 Fenster von St. Godebert restauriert worden. Die ursprünglich veranschlagten 61000 Euro werden wohl reichen, unterstrich gestern Pfarrer Steinacker, der gleichzeitig Vorsitzender des Kirchen- fördervereins ist. Eine weitere gute Nachricht aus der Radfahrkirche betrifft den im vergangenen Herbst abgestürzten Taufengel. Das Wahrzeichen von St. Godebert befindet sich auf dem Wege des Genesung. "Die von uns beauftragte Restauratorin Helma Groll hat den Engel in dieser Woche abgeholt und in ihre Magdeburger Werkstatt gebracht", berichtete Wolfram Steinacker.

Nächste Etappe der schrittweisen Kirchensanierung soll Steinacker zufolge der Innenputz sein. "Durch die neue Kirchendecke fallen die Schadstellen an der Wand noch mehr auf", erklärte der Pfarrer. Folgen müssten dann die Sanierung des Außenputzes, die Innenbemalung und die Stabilisierung der Empore des achteckigen Gestühls. Zum krönenden Abschluss hoffen die Freunde von St. Godebert auf die Reparatur der Orgel.

Förderverein und Kirchengemeinde hoffen weiter auf die beachtliche Spendenbereitschaft der Freunde von St. Godebert.

Spendenkonto: 34 00 00 91 04 bei der Kreissparkasse Bo¨rde (BLZ: 81 05 50 00), Kennwort: Godebertikirche, Kontakt: Telefon: 039062/402