Wegenstedt/Klüden l Ein zweiwöchiges Praktikum hat Lisa Giggel aus Klüden gerade in der Wegenstedter Grundschule "Am Wald" absolviert. Sie besucht das Professor-Friedrich-Förster-Gymnasium in Haldensleben. "Ich möchte später unbedingt einen Beruf erlernen, bei dem ich mit Kindern zu tun habe", erzählt die 16-Jährige.

Das Praktikum findet alljährlich in den zehnten Klassen statt. Die Arbeitswilligen sind weit verteilt und gehen in den unterschiedlichsten Branchen wie dem Handwerk, der Verwaltung oder in sozialen Bereichen ihren Verpflichtungen nach.

Lutz Handschuh, Leiter der Wegenstedter Grundschule, äußert sich ausgesprochen positiv zu dem Praktikum. "Wir haben in jedem Jahr Schülerpraktikanten. Sie sind eine willkommene Unterstützung. Die Praktikanten arbeiten immer so wie unsere pädagogischen Mitarbeiterinnen", erklärt Handschuh. Das heißt, die Praktikanten sind unterrichtsbegleitend tätig. Sie gehen mit zur Aufsicht auf den Pausenhof. Sie unterbreiten den Kindern auch Freizeitangebote. "Die Praktikanten haben bei uns sehr viele Aufgaben, die sie fast gar nicht alle bewältigen können", weiß der Schulchef aus Erfahrung.

Lisa lässt sich jeden Morgen mit dem Auto von Klüden nach Zobbenitz bringen. Dann fährt sie mit den Grundschulkindern im Schulbus nach Wegenstedt. "Schon im Bus haben mich die ersten Kinder neugierig ausgefragt, wo ich herkomme und was ich in ihrem Unterricht will. In der Schule hießen mich die Lehrer willkommen. Das war schön so", beschreibt sie.

Zwar ungewohnt, aber nicht neu ist für Lisa die Einrichtung. "Ich bin selbst hier in Wegenstedt zur Schule gegangen. Ich denke gern an meine Grundschulzeit zurück", verrät sie. Nun darf sie sogar mit den Pädagogen im Lehrerzimmer sitzen oder die Pausenaufsicht führen. "Herr Handschuh war auch mein Mathe-Lehrer, der mir in der Zahlenwelt das Rüstzeug fürs Gymnasium mit auf den Weg gegeben hat", erinnert sich die junge Klüdenerin.

"Ich möchte sehr gern mit Menschen arbeiten. Mein Ding wäre es nicht, irgendwo im Büro zu sitzen", beschreibt die Gymnasiastin und ergänzt: "Ja, Grundschullehrerin wäre genau das Richtige für mich."

Bei den Grundschülern ist sie schon jetzt beliebt. "Ich finde es toll, wenn die Kinder mir Fragen stellen und ich ihnen etwas beibringen kann", erzählt sie. Gut könne sie sich vorstellen, dass der Beruf auch sehr anstrengend sein kann. "Als Lehrer muss man einiges managen und dabei stets noch die Ruhe behalten. Das ist bestimmt manchmal schwierig", schätzt sie.

"Das Praktikum dient in erster Linie zur Orientierung. Wir freuen uns natürlich, wenn aus diesem Praktikum auch der Berufswunsch entsteht, der irgend etwas mit Lehre, Schule, Ausbildung sowie mit dem Umgang mit Kindern und jungen Menschen zu tun hat", blickt der Schulleiter voraus.