Den Architekturentwurf für die neue Hermsdorfer Bördegrundschule will der Gemeinderat Hohe Börde am 13. Mai beschließen. Der Rat hat sich auf die Vorgaben für einen Architekturwettbewerb verständigt, dessen Ergebnisse öffentlich diskutiert werden sollen.

Hermsdorf/HoheBörde l Die zu DDR-Zeiten vom Kuhstall zur Schule umgebaute Bördegrundschule platzt aus allen Nähten. Die Kinderzahlen steigen und steigen. Seit Jahren ringt Hermsdorf um den Neubau. Nun wird es konkret. Mit sieben Millionen Euro Baukosten rechnet die Gemeinde für die neue Bördegrundschule. Eine solche Investition kann nur mit - bisher noch nicht bestätigten - Fördermitteln des Landesprogramms Stark III finanziert werden.

Für ein öffentliches Bauprojekt solchen Ausmaßes muss die Gemeinde die Architekturleistungen europaweit ausschreiben. Drei Architekten werden aufgefordert, ein Konzept vorzulegen, dass auf Vorgaben der Gemeinde fußt. Jeder Bewerber bekommt für seine (Vor-)Arbeit 8000 Euro. Die Grundlagen für diese Architektenleistungen hat der Gemeinderat nun festgeschrieben.

Drei Standort-Varianten müssen die Architekten untersuchen und für jede Version Vorschläge machen: erstens den Neubau einer zweizügigen Grundschule mit Hort und Sporthalle in der Dorfmitte, zweitens den Umbau und die Sanierung der vorhandenen zweizügigen Grundschule mit Hort und Sporthalle sowie drittens den Neubau mit Sport- halle und Hort auf der Frei- fläche zwischen Hermsdorf und Hohenwarsleben.

Standortentscheidung im Dorf ist noch nicht gefallen

Der Hermsdorfer Ortschaftsrat plädiert einmütig für die erste Variante und hält die Variante 2 aufgrund des aufrecht zu erhaltenden Unterrichts während der Bauphase für nicht umsetzbar. Einem Neubau auf der grünen Wiese stehen die Hermsdorfer Ortsräte auch kritisch gegenüber. Sie wollen vor allem die "Neue Dorfmitte Hermsdorf" mit Kindertagesstätte, Mehrgenerationen,Hort, Jugendklub und Kulturkirche mitten im Dorf durch eine moderne Grundschule weiterentwickeln.

Einige Gemeinderatsmitglieder wie der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses Matthias Schwenke wollen so lange wie möglich auch einen Standort außerhalb der Dorfmitte ermöglichen und verweisen auf die sich schon heute zuspitzende Verkehrssituation an Kita und Schule.

Bestandteil der Architektenvorschläge soll deshalb eine Standortanalyse sein, die sämtliche Varianten hinsichtlich der verkehrstechnischen Erschließung, der möglichen Erweiterung der vorhandenen Bausubstanz und der Erreichbarkeit durch die Kinder aus dem gesamten Schuleinzugsgebiet untersucht.

Auch Grundstücksfragen und ein eventuell nötiger Grundstückserwerb sollen beantwortet werden.

Zu den Herausforderungen der Architekten wird auch die Berücksichtigung der Förderkriterien des Stark-III-Programms von Sachsen-Anhalt zählen. Stark III fördert besonders innovative Ideen bei der Einsparung von Energie, für die Verwendung von Regenwasser sowie die sparsame Verwendung von versiegelten Flächen. Laut Angaben des Bauamtes müsste die neue Grundschule Passiv-Energie-Haus werden.

Öffentliches Forum diskutiert die Vorschläge der Architekten

Auch die Unterhaltungskosten nach dem Neubau und die demografische Entwicklung sollen im Architektenkonzept Berücksichtigung finden. Deshalb sollen potenzielle Flächenerweiterungen und multifunktionale Nutzungsmöglichkeiten der Schulräume eine Rolle spielen.

Zentrales Element bei den erwarteteten Planungsleistungen ist die Beachtung des pädagogischen Konzepts der Bördegrundschule. Die Bördegrundschule versteht sich als modern und im gleichzeitig ländlichen Raum verwurzelt, als eine Schule entdeckenden und erlebenden Lernens, bei dem sich der Unterricht, so oft es geht, vor den Schultoren abspielen soll.

Die Berücksichtigung der genannten Kriterien in den drei Architekturkonzepten sollen Mitte April auf einem öffentlichen Forum vorgestellt werden. Dabei haben Eltern, Lehrer, Erzieher der Kitas des Schuleinzugsbereiches sowie Ortschafts- und Gemeinderäte die Möglichkeit, Meinungen, Hinweise und Anregungen zu geben.

Den endgültigen Zuschlag wird einer der drei Architekten dann in der Ratssitzung am 13. Mai erhalten.

Anschließend will die Gemeinde, so schnell es geht, einen Förderantrag für das Landesprogramm Stark III einreichen. Auflage für die Architekten ist es, auch diese Förderanträge in den Grundzügen mit vorzubereiten.