Ein erster, wenn auch kleiner Baustein ist für die geplante Ortsumgehung B245n Haldensleben gesetzt worden. Für den Neubau der Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Bahnübergang Töberheide herrscht Baurecht.

Haldensleben l In das Großprojekt Ortsumgehung B245n Haldensleben ist wieder Bewegung gekommen. Wie Bürgermeister Norbert Eichler (CDU) die Stadträte informierte, ist für den Neubau einer Radfahrer- und Fußgängerbrücke über den Bahnübergang Töberheide der Planfeststellungsbeschluss gefasst worden. "Damit gibt es für diese Brücke das Baurecht", sagte er.

Auch wenn einem Baubeginn für die Brücke nun theoretisch nichts mehr im Wege steht, so wird das Bauwerk wohl noch auf sich warten lassen. Denn es steht im Zusammenhang mit dem Bau der B245n, die einmal südöstlich um Haldensleben herumführen soll. Für dieses Millionenprojekt hatte die Stadt Haldensleben im Jahr 1995 eine Planungsvereinbarung mit dem Bund, dem Land Sachsen-Anhalt und der Bahn AG geschlossen. Dieses Papier sieht vor, dass Haldensleben nur dann die dringend benötigte Ortsumgehung bekomme, wenn nach deren Fertigstellung die Bahnübergänge Hagenstraße, Töberheide und Neuhaldensleber Straße geschlossen werden.

Um die Außenbezirke nicht gänzlich von der Innenstadt abzukoppeln, sind "Ersatzmaßnahmen" vorgesehen. Und eine davon ist die Brücke über den Bahnübergang Töberheide, die ausschließlich von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden kann. Der nun vorliegende Planfeststellungsbeschluss für die Brücke sei nach Eisenbahnrecht gefasst worden, sagte Stadt-Pressesprecher Lutz Zimmermann. "Dieses losgelöste Verfahren ist weniger aufwändig, als wenn es Teil des kompletten Planfeststellungsverfahrens für die B245n gewesen wäre", machte Zimmermann deutlich.

"Zuerst kommt der Bau der Ortsumgehung, dann erst ist die Schließung der Bahnübergänge vorgesehen."

Stadt-Pressesprecher Lutz Zimmermann

Mit einem Baubeginn in absehbarer Zeit rechnet er allerdings nicht. Denn dafür gebe es auch keinen Grund. "Zuerst kommt der Bau der Ortsumgehung, dann erst ist die Schließung der Bahnübergänge vorgesehen", erklärte er die zeitliche Abfolge des Vorhabens Umgehungsstraße. Darüber hinaus lasse es sich derzeit auch nicht sagen, wer die Brücke bauen wird, auch wenn der Pressesprecher hier die Deutsche Bahn AG am ehesten in der Pflicht sieht.

Die Schließung des Bahnübergangs Neuhaldensleber Straße soll mit der künftigen Umgehungsstraße kompensiert werden. Sie verläuft, von der Alvensleber Landstraße (B245) in Höhe der Aral-Tankstellen in Richtung Althaldensleben abzweigend, über die Hinzenbergstraße zur Neuhaldensleber Straße, wird von dort über die Kanalbrücke geführt und in Höhe der Steinbettenbreite nach Osten geschwenkt, um im Verlauf der ehemaligen Trasse der Kanonenbahn dann an die B71 anzubinden. Auf- und Abfahrmöglichkeiten sind in Höhe der Neuhaldensleber Straße vorgesehen.

Auch für die Schließung des Bahnübergangs Hagenstraße wurde eine Möglichkeit gefunden, die Innenstadt nicht völlig abzuhängen. Hier soll ein Tunnel unter dem Bahnübergang dafür sorgen, dass der Verkehr über die Hagenstraße weiter in Richtung Süplinger Berg und umgekehrt fließen kann. Dieser Durchlass war in der ursprünglichen Planung lediglich für Fußgänger, Radfahrer und Rettungsfahrzeuge konzipiert worden. Der Erweiterung des Tunnels für den Pkw-Verkehr hatten auf Antrag der Stadt sowohl der Bund als auch die Deutsche Bahn im Sommer 2010 zugestimmt.

Allerdings ist dieses Vorhaben nicht unumstritten. Denn immerhin kostet der Tunnel in der neuen Version rund 5,3Millionen Euro - 1,6Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant. Dadurch erhöht sich auch der städtische Anteil am Gesamtprojekt. Der wird bislang mit rund 900000 Euro beziffert.

Was den Baubeginn für die Ortsumgehung B245n Haldensleben betrifft, gibt es von den zuständigen Stellen noch keine Aussage. Im aktuellen Investitionsrahmenplan des Bundesverkehrsministeriums für den Zeitraum 2011 bis 2015 taucht die Ortsumgehung B245n Haldensleben jedenfalls noch nicht auf.