Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bestimmten den Neujahrsempfang der Stadt Haldensleben am Sonnabend, zu dem Bürgermeister Norbert Eichler wieder in die Otto-Boye-Schule eingeladen hatte. Optimistisch sah das Oberhaupt der mehr als 1000-jährigen Stadt in die Zukunft und dankte allen, die mithelfen, dass Haldensleben eine attraktive Stadt bleibt.

Haldensleben. Grund zum Schmunzeln für die Gäste: "Als Arroganz und Dummheit um sich griffen wie auch Dioxinskandal und andere Pestilenzien, da setzten sich die Haldensleber zur Wehr, schufen einen Naturlehrpfad, machten aus einer alten Keramikfabrik eine Kulturfabrik, aus einer alten Stuhlfabrik ein Innovationszentrum. Als der Harz zur Touristenattraktion verkommen ist, mauserte sich Haldensleben zum dynamischsten Innovationszentrum Europas." Solche und ähnliche Komplimente bekamen die Haldensleber am Sonnabend von keiner Geringeren als der Herzogin Mathilde von Sachsen. Ihr Gatte Heinrich der Löwe soll nicht unmaßgeblich Einfluss darauf gehabt haben, dass Neuhaldensleben 1150 Marktrechte erhielt. Mathilde von Sachsen, in deren Rolle Gret Keller geschlüpft war, hatte Jahrhunderte überbrückt, um sich mit Johann Friedrich von Alvensleben, dem Rainer Mette Gestalt verlieh, zu treffen und platzte damit mitten in den Neujahrsempfang, zu dem Bürgermeister Norbert Eichler zahlreiche Gäste in der Aula der Otto-Boye-Schule begrüßen konnte.

Und diese Gäste "alle zusammengenommen repräsentieren auf die eine oder andere Art einen guten Teil der mehr als 19 000 Einwohner, die unsere Stadt zählt", erklärte Norbert Eichler. "Kennen Sie Emerald?", fragte er. Die australische Stadt hatte vor zehn Jahren 1500 Einwohner und heute 15 000. Ursache für diese Entwicklung sei die Erschließung von neuen Kohleminen. In Haldensleben gäbe es keine Kohleminen, eine solche Entwicklung sei in Deutschland nicht denkbar, der Mechanismus aber, der dahinter steckt, ist letztlich gültig und derselbe, so der Bürgermeister.

"Wo Menschen Arbeit finden, da werden sie sich niederlassen, da werden sie ihr Haus bauen, ihre Wohnung beziehen, ihre Kinder zur Schule schicken, da werden sie einkaufen und in Vereinen ihre Freizeit gestalten", schlussfolgerte Eichler. Das sei ein Thema, das nahezu jeden im Saal in direkter oder indirekter Form betreffe. Und deshalb, so versprach das Stadtoberhaupt, "werde ich auch im Jahr 2011 dafür einstehen, dass unsere Stadt ein gutes Pflaster für alle ist und bleibt, die hier investieren und so Arbeitsplätze schaffen möchten." Menschen, die in der Stadt etwas bewegen wollen, seien stets willkommen. Nur eine in allen Bereichen attraktive Stadt sei auch für Unternehmen und ihre Beschäftigten interessant.

Eichler gab einige Beispiele für 2010 und 2011: "Wir haben mit dem Gewerbegebiet Südhafen in die Wirtschaftsinfrastruktur investiert und werden dieses große Projekt in diesem Jahr fortsetzen. Wir haben aber auch die Kinderkrippe Burgstraße im vergangenen Jahr umfassend saniert, wir bringen die Grundschule Gebrüder Alstein auf den neuesten Stand und werden das bei der Grundschule Erich Kästner und der Kindertagesstätte Max und Moritz tun. Die Maschenpromenade haben wir in weiten Teilen 2010 saniert, in diesem Jahr wird die Kolonie umfassend saniert. Wir haben die neue Jugendherberge gebaut. Dies sind nur einige große Maßnahmen aus den Investitionen, die wir mit nicht weniger als 23 Millionen Euro 2010 und 2011 umsetzen."

Eichler erinnerte auch an das große Leichtathletik-Meeting im August 2010, das auch eine Werbeveranstaltung für Haldensleben gewesen sei. Und er nannte den Weg, "wie wir die Stadt vom Terror des Durchgangsverkehrs und der Bahnübergänge mit ihren Schließzeiten befreien wollen, mit der B 245n", ein Beispiel für neue Ideen und neue Herangehensweisen. Zu diesem Vorhaben gäbe es keine Alternative.

Haldensleben sei nicht Emerald. Noch schrumpfe die Stadt, deshalb "sind wir alle miteinander aufgerufen, nicht nachzulassen. Und vielleicht auch einmal Wege zu gehen, die wir bislang noch nicht gedacht, noch nicht beschritten haben."

Eichler appellierte an alle, sich weiter für die Kommune einzusetzen. "Nicht von ungefähr kommt der Begriff Kommune von communis – Gemeinschaft... Ergreifen Sie Partei für unser Haldensleben."

 

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