Die Bauarbeiten der Landesstraße 24 und die Zukunft der Grundschule Am Wald in Wegenstedt sind die Themen beim Neujahrsempfang in Wegenstedt. Für besondere Verdienste im Ort hat Ronny Reinecke, Vorsitzender des Sportvereins, eine Auszeichnung bekommen.

Wegenstedt l Die Grundschule Wegenstedt, die 1972 gebaut wurde, ist der Stolz vieler Wegenstedter. "Nach der Wende 1990 haben wir sehr um den Schulstandort gekämpft. Der Erhalt ist uns im Konsens mit der damaligen Gemeinde Calvörde gelungen", dachte Gerhard Reinecke (CDU), Ortsteilbeauftragter von Wegenstedt und Mitglied im Calvörder Gemeinderat, bei seiner Neujahrsrede zurück. Der Spitzname "Schlappenschule" - Kinder tragen in der Schule Hausschuhe - wäre der Ausdruck für den Erhalt einer gepflegten Bildungseinrichtung. "Bis 2017 steht der Schulstandort überhaupt nicht zur Diskussion. Aber was kommt in drei Jahren?", fragte er. Nicht die Schülerzahlen würden Kopfzerbrechen bereiten, sondern die fehlende Turnhalle und der erhebliche Sanierungsbedarf für Dach, Fassade und Innen- installation. "Für die Sanierungsarbeiten wurden über das Stark-Programm Förderanträge gestellt. Für die Turnhalle müssen wir noch kämpfen", blickte er voraus.

Ortsdurchfahrt der L 24 in Wegenstedt ist ein Nadelöhr

"Es hat sich bestätigt, dass Wegenstedt mit der Ortsdurchfahrt der Landesstraße 24 bei der Verkehrsanbindung Ost/West und umgekehrt ein richtiges Nadelöhr ist", beschrieb Reinecke. Eine anfänglich geplante Ampelanlage, die einseitig an der Baustelle vorbeiführen sollte, konnte praktisch nicht realisiert werden. "Die Straße ist einfach zu schmal, um sie bei halbseitiger Verkehrsführung bauen zu können. Damit ist ein System von Umleitungen zum Tragen gekommen", berichtete er. Dabei seien drei Grundprobleme und verschiedene Interessen aufgetreten, die einfach nicht auf einen Nenner gebracht werden können.

"Das ist zum ersten das Interesse der Baufirma, die einfach nur reibungslos ihren Job machen will", beschrieb er. Zweitens wären da die Interessen der Kraftfahrer im Durchgangsverkehr. "Da will zum Beispiel ein Calvörder Bürger nach Oebisfelde fahren und muss die Umleitung über Mieste fabrizieren. Das der sich an den Kopf fasst und sagt: ,Ihr habt doch was am Turm.\' Das ist wohl verständlich", sagte Reinecke. Und drittens wären da die Wegenstedter, die mit Recht befürchten, dass die illegale Umleitung durch den Ort zum Zerfahren der Dorfstraße und des Wiesenweges führt.

"Es hat niemand etwas dagegen, wenn dieser Bürger mit seinem Pkw durch Wegenstedt fährt. Es ist aber nicht hinnehmbar, wenn ein 40-Tonnen Lkw auf die Bremse tritt und eine Delle hinterlässt, die in unserer Dorfstraße nicht reparabel ist", schilderte der Ortsteilbeauftragte. Eine Reihe von Polizeikontrollen sollten das Gefühl vermitteln, dass nicht jeder machen kann, was er wolle.

Die Bauarbeiten sollen je nach Witterung im Februar bis zur Kreuzung nach Mannhausen fortgesetzt werden. Weil dann alles wieder gesperrt ist, wird diese Kreuzung als Baustelle in einer Wochenend- aktion auch nicht befahrbar sein. Danach gehen die Arbeiten bis zum Bahnhof weiter. Bis Mitte des Jahres soll alles fertig sein. "Da müssen wir einfach durch", schlussfolgerte Reinecke.

Neben der Verleihung des Hirsches, den Kita-Leiterin Marlies Lippert 2013 bekam (Volksstimme berichtete), gibt es in jedem Jahr beim Neujahrsempfang eine zweite Auszeichnung für jemanden, der sich besonders für Wegenstedt verdient gemacht hat. "In diesem Jahr ist es eine Person, die schon jahrelang einen großen Anteil am öffentlichen Leben hat. Er ist bekannt, wie ein bunter Hund", sagte Hartmut Sonnenschein, Vorsitzender des Bürger- und Heimatvereins. Er rief Ronny Reinecke, den Vorsitzenden des Sportvereins Fortuna Wegenstedt, nach vorn. "Ronny hat 2013 enormes geleistet. Er hatte auch die wunderbare Idee, den Sportraum neben dem Jugendclub so zu gestalten, dass man dort Sport treiben und gemütlich sitzen kann. Außerdem wird Energie gespart. Ronny ist ein Mensch, der, wenn man ihn braucht, immer zur Stelle ist", lobte Sonnenschein.