Haldensleben (az) l Das Eis auf dem Mittellandkanal rings um Haldensleben hat es derzeit schwer. Denn der hier stationierte Eisbrecher "Seewolf" hat Verstärkung bekommen - und zwar von der "Fürstenberg" vom Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg. Mit einer kombinierten Kraft von 1300 PS sind die beiden Schiffe seit dem Wochenende unterwegs. Der Grund: Die "Seewolf" hat ihr Einsatzgebiet zwischenzeitlich Richtung Westen ausgedehnt: bis hin zur Schleuse Sülfeld im westlich von Wolfsburg gelegenen Fallersleben. Um ihr den Rücken freizuhalten, hat die "Fürstenberg" die Ost- strecke von Haldensleben bis zur Schleuse Rothensee übernommen.

Eine starke Einschränkung für den Schiffsverkehr gebe es weiterhin nicht: "Trotz zwischenzeitlicher leichter Verschärfung der Eissituation haben wir bis jetzt alles gut im Griff", erklärt Stefan Siekmann, Wasserbaumeister beim Wasser- und Schifffahrtsamt Uelzen. "Auch die Eismassen und -dicken halten sich in Grenzen. Das das ist wie ein ¿Jo-Jo-Effekt\': Was Nachts durch Frost immer wieder neu hinzu kommt, taut am Tag auch wieder ab."

Trotzdem seien die Arbeitstage der Mannschaften lang, häufig bis zu zwölf Stunden. Der Schwerpunkt liegt auf den frühen Morgenstunden. Damit die Schifffahrt "in Gang kommen" kann, müsse zunächst der über Nacht zusammengefrorene "Eisbrei" geknackt werden. Dafür legen sich die Eisbrecher schon ab 5 Uhr ins Zeug.

Um ihren Kollegen Erholung zu gönnen, ist mit Frank Hoffmann als Kapitän und Andy Alteneder als Matrose die zweite Mannschaft des "Seewolfs" an Bord. Dank der aktuell milden Temperaturen rechnet Stefan Siekmann jedoch damit, dass sich die Lage bald entspannt. Schon heute könnte die "Fürstenberg" deshalb wieder nach Hause geschickt werden.