Oebisfelde-Weferlingen l Im Hauptausschuss des Stadtrates von Oebisfelde-Weferlingen zog Peter Schorlemmer eine Bilanz über das zurückliegende Jahr aus seiner Sicht.

Viele Gespräche und viele Nerven hätte es gekostet, um den Standort Oebisfelde für das Eurovia-Unternehmen zu halten, erklärte der Wirtschaftsförderer. Ein neuer Investor konnte schließlich gefunden werden.

Auch die geplante Pilzfabrik in Oebisfelde hat Peter Schorlemmer im vergangenen Jahr unzählige Male beschäftigt. "Das ist noch nicht abgeschlossen, kocht aber nur noch auf kleiner Flamme", erklärte er.

Die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Einheitsgemeinde sei ein ebenso wichtiges Thema wie der Erhalt von Arbeitsplätzen, sagte Peter Schorlemmer. Er müsse sich bei der Aquirierung von Fördermitteln ebenso gut auskennen wie bei der Suche und Vermittlung von Ansprechpartnern und Flächen für potenzielle Investoren, geplante Neuansiedlungen und Bürger, die sich mit ihren innovativen Ideen selbständig machen oder gar expandieren wollen.

Dabei schlägt sich Peter Schorlemmer oft mit gesetzlichen Vorgaben herum, die Ansiedlungen schlicht verhindern. "Wir haben Interessenten für die Ansiedlung eines Einzelhandels, scheitern aber an den Vorgaben für die Einheitsgemeinde", sagte er im Ausschuss.

Warum? Neuansiedlungen dürfen nur bis 799 Quadratmeter groß gebaut werden. Zu klein, um für Investoren interessant und attraktiv zu sein. Die möchten auf 1200 Quadratmetern aktiv werden.

Für das Gewerbegebiet Krumme Breite in Oebisfelde gebe es neben dem Einzelhandelsunternehmen auch das Bemühen um das Etablieren einer weiteren Tankstelle.

Es sei oft schwer zu verstehen, warum es beim direkten Nachbarn in Wolfsburg einfach geht, nur einige Kilometer daneben in Oebisfelde-Weferlingen aber nicht. Hier seien die Landesgesetze entscheidend.

Neben den Bemühungen um Neuansiedlungen geht es der Stadt aber auch um die Bestandspflege. Die Stammtische für Wirtschaft und Landwirtschaft würden gern für den Erfahrungsaustausch genutzt. Vor allem das gegenseitige Kennenlernen trage erste Früchte.

"Wer nichts macht, hat schon verloren, aber wer etwas macht, muss einen langen Atem beweisen."

Bernd Schuster, Stadtrat von Oebisfelde-Weferlingen

Bemühungen gebe es auch, den Lkw-Verkehr aus den Walbecker Sandwerken vermehrt auf die Schiene der Lappwaldbahn zu bekommen. Das gleiche gelte auch für Rübentransporte, um die Straße zu entlasten und die Schiene besser auszulasten. Viele Gespräche seien dafür allerdings notwendig, ohne bisher den gewünschten Erfolg gebracht zu haben. Doch Peter Schor-lemmer bleibe da am Ball.

Mit der jährlichen Gründermesse werde versucht, Leute vor Ort zu halten, die sich ihren Traum von der Selbständigkeit erfüllen möchten.

Dabei sei es für Peter Schorlemmer besonders wichtig, stets Kontakt zur Wirtschaftsförderung des Landkreises und zum Wirtschaftsministerium zu pflegen, um immer mit allen Möglichkeiten und Angeboten auf dem Laufenden zu sein, wo sich doch gerade im Förderbereich schnell mal was ändere.

Auch touristisch gesehen ist die Wirtschaftsförderung eingebunden. Touristische Angebote an Veranstaltungen und Unterbringungen, Radwege und der Naturpark Drömling spielen eine Rolle, wenn es darum geht, Touristen in die Region zu bringen.

"Unser aktueller Info-Flyer ist zur Grünen Woche sehr gut weggegangen", sagte Peter Schorlemmer. Bei der Erstellung einer aktuellen Broschüre sei er ebenso involviert wie bei der Vorbereitung der Feierlichkeiten zur 1000-Jahr-Feier in Oebisfelde vom 27. Juni bis 6. Juli.

Neu im Netz hat die Stadt eine Arbeitskräftesuche integriert. Nach dem Motto Firma X sucht Herr/Frau Y können aktuelle Angebote eingesehen werden, so der Wirtschaftsförderer. Eine entsprechende App befinde sich noch in der Vorbereitung.

Auch um die städtische Homepage kümmert sich Peter Schorlemmer. Das ständige Einpflegen aktueller Daten sei nicht einfach, und da sei er auf die Mitarbeit aller angewiesen. Verbesserungsvorschläge nehme er jederzeit gern entgegen.

Da sein und die Stadt Oebisfelde-Weferlingen bekannter zu machen und immer wieder ins Gespräch zu bringen - für Peter Schorlemmer heißt das, oft auf Achse zu sein. Ob beim China-Stammtisch in Magdeburg oder bei regelmäßigen Kontakten mit der Mittelstandsvereinigung - "man muss sich durchsetzen, um voranzukommen", berichtete Peter Schorlemmer. Das ginge aber nur, wenn man überall vertreten sei, sonst interessiere es erst gar nicht, wo die Einheitsgemeinde liegt. Schließlich wolle jeder ein Stück vom großen Kuchen, die Konkurrenz schlafe nicht.

"Wir sind mit der stärkeren Fokussierung auf die Wirtschaftsförderung den richtigen Weg gegangen", zeigte sich Hauptausschussmitglied Steffen Wetterling (UWG) nach den Ausführungen überzeugt.

"Wer nichts macht, hat schon verloren, aber wer etwas macht, muss einen langen Atem beweisen", meinte Bernd Schuster (SPD). Es könne beispielsweise nicht sein, dass es in einer Einheitsgemeinde wie Oebisfelde-Weferlingen kein einziges Grundzentrum gebe. So nämlich sieht es der Landesentwicklungsplan vor, das könne doch wohl nicht sein, da müsse gegengesteuert werden, so das Hauptausschussmitglied.

Martin Herrmann (parteilos) würdigte wie schon seine Vorredner die doch sehr umfangreiche Arbeit des Wirtschaftsförderers. Man habe mit dem Bericht gesehen, wie vielschichtig die Arbeit sei und schwer abrechenbar.