Calvörde l Die Familie Vibrans hat in der Vergangenheit von Calvörde eine große Rolle gespielt. Die Vibrans stellten sechs Bürgermeister der Gemeinde Calvörde. Ein Nachkomme dieser Dynastie hat nun den Calvörder Heimatfreunden mehrere Ausstellungsstücke geschenkt. "Etwa 200 Jahre lang haben die Vibrans positiv die Geschichte von Calvörde bestimmt. Nun haben sich Nachfahren mit uns in Verbindung gesetzt", verkündete Christa Merker, Vorsitzende des Calvörder Heimatvereins. Sie berichtete von einer Nachricht per Internet von Alexander Vibrans, der als Professor für Forstwirtschaft tätig ist und in Brasilien wohnt. "Er hat dort einen Lehrstuhl und bildet Fachkräfte aus", ergänzte Uwe Merker, der Ehemann der Vorsitzenden. Auch er gehört zu den Heimatfreunden. Alexander Vibrans ist der Sohn von Achim Vibrans, der heute noch mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn in Osnabrück lebt. "Achim Vibrans wurde in Calvörde geboren. Ihm gehörte dieser Wohnzimmerschrank", sagte Christa Merker und zeigte auf das Möbelstück, das Anfang des 19. Jahrhunderts aus einer Calvörder Eiche von einem Calvörder Zimmermann gebaut wurde.

Prachtstück des Familiennachlasses ist ein Gemälde, auf dem Cuno Vibrans, Rittmeister der Reserve, zu sehen ist. Cuno Vibrans ist der Sohn von Carl Theodor Vibrans, der 1843 geboren wurde und Pauline Riemann, eine Apothekertochter aus Gardelegen geheiratet hatte. Carl Theodor und Pauline Vibrans hatten fünf Töchter und sieben Söhne. Einer der Söhne war Cuno Vibrans, der stattliche Herr auf dem Ölgemälde. Er starb 1921 bei einem Jagdunfall. "Es heißt, er habe Hunde, die sich bissen, auseinander bringen wollen und sich dabei selbst erschossen", weiß Christa Merker vom tragischen Unfall zu berichten. Cuno Vibrans ist der Vater von Achim Vibrans, dem Stifter der Ausstellungsstücke. "Achim Vibrans wird in einem Heim gepflegt. Dort hin konnte er viele Erinnerungsstücke, wie den Schrank und das Gemälde, nicht mitnehmen", erzählte Uwe Merker.

"Wir sind der Familie Vibrans unheimlich dankbar für die geschenkten Ausstellungsstücke. Unser Dank gilt auch Peter Hüchtebrock und seiner Frau Sibylle (geborene Vibrans), die für uns den Transport organisiert hatten. Sogar den Frachtguttransport von Osnabrück nach Calvörde haben sie für uns bezahlt", erklärte die Vereinsvorsitzende. Sie lobte im Besonderen Ulrich Freytag und Günter Baake, die unter anderem beim Tragen des schweren Schrankes an die richtige Stelle in der Heimatstube und beim Anbringen der Ölbilder geholfen hatten.

Besonders stolz auf die Errungenschaften sind Christa und Uwe Merker, dass sie die neuen Ausstellungsstücke pünktlich zum 20-jährigen Bestehen ihres Vereins präsentieren können. Vom 11. bis zum 13. April wird es eine Festwoche auch mit Führungen durch die Heimatstube geben.

 

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