Auch der Rottmersleber Ortsteil Klein Rottmersleben hat jetzt seine "Sagenfelsen", mit denen dörfliche Geschichte(n) in Erinnerung gerufen werden sollen. Auf ihnen wird über die Lüneburger Heerstraße und den Sperlingskrug berichtet.

Rottmersleben l "Sagenhaftes Rottmersleben", das hört Ortsbürgermeister Hans-Eike Weitz so richtig gern. Und er selbst tut Einiges dafür. Die Idee, Sagenfelsen mit Erläuterungstafeln über die Sagen, Erzählungen und andere überlieferte Berichte die Dorfgeschichte erzählen lassen, geht auf ihn zurück. Nun hat er auch den Ortsteil Klein Rottmersleben "erschlossen".

Am Dorfeingang berichten seit Kurzem zwei auf Felsstein angebrachte Infotafeln - zum einen über die Lüneburger Heerstraße, deren Nebenzweig einst der Klein Rottmersleber Fuhrmannsweg war, zum anderen über den Sperlingskrug, das frühere Gasthaus am Fuhrmannsweg.

Recherchiert hat Hans-Eike Weitz seine Informationen für die Sagenfelsen in vielen persönlichen Gesprächen, unter anderem mit dem früheren Pfarrer Werner Pasewald oder mit dem Irxleber Geschichtsprofessor Mathias Tullner. Auch viele Dorfbewohner haben mitgeholfen, das überlieferte Wissen zu bewahren.

Die 290 Kilometer lange Lüneburger Heerstraße reichte einst von Lüneburg im Norden bis Leipzig im Süden. Auch Nebenstrecken wie jene von Oebisfelde nach Althaldensleben sind belegt. An diesem Nebenzweig liegt Klein Rottmersleben und damit der Fuhrmannsweg, steht auf dem Sagenfelsen geschrieben. Und: Ursprünglich war die Lüneburger Heerstraße eine Militärstraße gewesen, später soll sie ein bedeutender Handelsweg vor allem für Salztransporte gewesen sein. Die Heerstraße verlor ihre Bedeutung, als während der napoleonischen Besatzung Chausseen gepflastert wurden, die bedeutende Orte miteinander verbanden.

Der Klein Rottmersleber "Sperlingskrug" lag an jener Heerstraße und wurde laut Weitz` Recherchen Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut und diente vor allem Fuhrleuten als Raststätte, um sich und vor allem ihre Pferde zu versorgen. Sperlinge sollen sich in Massen um den Krug geschart haben. Sie hatten es vor allem auf das große Nahrungsangebot an Pferdeäpfeln abgesehen. Vom frühen Morgen an sollen sich die Sperlinge am Gasthaus gesammelt haben. Fuhrwerke wurden bei der Ankunft umflattert. Das Schilpen der Vögel klang auch beim Abschied noch lange nach, so dass die Fuhrknechte das Gasthaus bald "Sperlingskrug" tauften. Später übernahm der Volksmund die Bezeichnung.