Flechtingen/Beendorf l Viele Gründe sprechen für den Erhalt der Grundschule "Bernhard Becker" in Beendorf. Das sagt Oliver Kohlhoff. Er ist mit einer Abordnung von Eltern in den Verbandsgemeinderat nach Flechtingen gekommen, um auf die Sorgen aufmerksam zu machen, die die Eltern mit der beabsichtigten Schulschließung haben.

Mit der neuen Schulentwicklungsplanung des Landes Sachsen-Anhalt sind Schulen in ihrem Bestand gefährdet, wenn sie in einem ländlichen Raum wie Beendorf zum Schuljahr 2014/15 mindestens 52 Schüler nicht mehr nachweisen können. Ab dem 1. August 2017 sind es 60 Schüler, zum 1. August 2029 sogar 100 Schüler.

Angesichts der demografischen Entwicklung bedeutet dies das Aus für viele kleine Grundschulen. Mit dem Förderprogramm Stark III für Schulen wurden die Weichen endgültig gestellt: Wer sich dieses Konjunkturpaketes bedienen will, muss für die zu fördernde Schule zum Schuljahr 2029/30 100 Schüler vorweisen.

Die Grundschule "Beverspring" in Bregenstedt soll genau unter diesen Gesichtspunkten umfassend saniert werden. Die Beendorfer werde dafür geopfert, meinen die Elternvertreter. Sie haben die Elterninitiative Allertal ins Leben gerufen, die sich für den Erhalt der Grundschule in Beendorf stark macht.

"Wir wollen den Erhalt aller vorhandenen Grundschulen in der Verbandsgemeinde", sagt Nico Tylewski, einer der Initiatoren. Ohne den Einzugsbereich Beendorf schaffe Bregenstedt nicht die geforderte Schülerzahl, weiß der Vater zweier Kinder. Doch er weiß auch, dass sich viele Eltern bereits Richtung Helmstedt orientieren, um ihre Kinder dort zur Schule zu bringen. Die Arbeitsrichtung führt aus dem Allertal gen Westen.

"Die Landesregierung macht alles auf dem Land kaputt", betont Nico Tylewski in seinem Appell an die Verbandsgemeinderäte, sich für einen Erhalt aller vier Grundschule auszusprechen. Der Grundstein zum Aussterben der ländlichen Regionen sei bereits gelegt. Daher gelte es nun, mit einer breiten Mehrheit noch dagegenzusteuern.

Die unterschiedlichen Zahlen zur Schulentwicklungsplanung in der Verbandsgemeinde, die der Elterninitiative auf dem Tisch liegen, wollte Tina Tylewski erläutert haben. Hier konnte Hauptamtsleiterin Kerstin Peters aber nicht sofort reagieren, sagte aber eine Prüfung zu.

Der Sozialausschussvorsitzende des Verbandsgemeinderates, Sven Fahrenfeld, bot den Eltern an, sich kurzfristig zu einem Gespräch mit ihnen zu verabreden, um das Für und Wider der Entscheidung zu erläutern und eventuell nach weiteren Möglichkeiten und Varianten zu suchen.