Haldensleben l Die Mitglieder des Bauausschusses haben sich auf ihrer jüngsten Sitzung mit der Rottmeisterstraße beschäftigt. Unter Vorbehalt haben sie empfohlen, dass in der Straße eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden soll.

Grund war ein Brief an Bürgermeister Norbert Eichler von Eltern und Lehrern von Schülern der Alstein-Schule. Sie haben Angst um die Kinder. Weil in der gesamten Rottmeisterstraße für den Straßenverkehr Tempo 50 erlaubt ist, fürchten sie, dass Autofahrer zu schnell unterwegs seien, die Kinder an den Bushaltestellen übersehen und so Unfälle verursachen würden.

Ihre Hoffnung: Wenn in der Straße eine durchgehende Tempo-30-Zone eingerichtet wird, sinkt das Gefahrenrisiko für die Jüngsten. Zur Überraschung der in der Sitzung anwesenden Eltern und Lehrer, ergab sich über diese Bitte keine ernste Debatte. Dem Appell von Stadträtin und Ausschussvorsitzender Regina Blenkle (Freie Wähler/pro Althaldensleben), diese Gefahrenstelle zu beseitigen, schlossen sich fast alle Ausschussmitglieder an.

Zuvor hatte Dezernent Henning Konrad Otto die Ergebnisse einer Verkehrsmessung in der Rottmeisterstraße präsentiert. Im vergangenen Januar hat die Stadt in der Straße eine Messtafel aufgestellen lassen, die den Autofahrern die gefahrene Geschwindigkeit mitteilt und diese Werte aufzeichnet.

"Zwar gilt in der gesamten Straße Tempo 50 , doch von 2100 gezählten Autos fuhren mehr als 1500 langsamer als 40 Kilometer pro Stunde", berichtete Otto. Einsamer Spitzenreiter sei ein Motorradfahrer gewesen, der mit 61 Kilometern pro Stunde durch die Straße gefahren war, so Otto weiter. Schneller als 50 km/h seien nur 30 Autofahrer gefahren.

Allerdings hatte Otto noch einen Hinweis für die Ausschussmitglieder: "Es kann sein, dass die Stadt Fördermittel an das Land mindestens anteilig zurückzahlen muss." Das sei möglich, weil die Rottmeisterstraße mit Fördermitteln des Landes ausgebaut wurde und mit der Magdeburger und der Gerikestraße zwei Hauptverkehrsstraßen verbinde.

Das Landesrecht sehe vor, dass der Straßenverkehr in solchen Verbindungsstraßen nicht von einer Tempo-30-Zone ausgebremst werden darf, erklärte Otto. Diese Fördergelder zurückzahlen zu müssen, schien dem Bauausschuss im Fall der Rottmeisterstraße jedoch angemessen. Seine Empfehlung: "Es wird für die Rottmeisterstraße eine Tempo-30-Zone angelegt.

An die Verwaltung geht die Anweisung, die Fördermittelproblematik mit dem Land zu klären." Wann genau das Vorhaben realisiert wird, ist noch nicht klar. Das hängt von der Prüfung durch die Verwaltung ab.