Walbeck (cbo) l Dirk Vater, Präsident des Karneval Landesverbandes Sachsen-Anhalt, war des Lobes voll über das, was er im Bürgerhaus miterlebte. Vor allem wünschte er den Walbeckern, sie mögen weiter so fruchtbar sein, denn dass es mit dem Trauschein und dem Kinderkriegen funktioniert, hatte Jana Hantke eingangs zum diesjährigen Thema "Der Walbecker Hund traut sich" deutlich gemacht. Und die große Schar der Walbschen Hünde, der Jüngsten im Karneval, spricht ebenfalls für sich. Mit dem Nachwuchs hat der Verein also keine Probleme.

Dirk Vater war extra aus dem Südharz angereist, um eines der Urgesteine des Walbecker Karnevals zu ehren. Dieter Hahne kam 1985 zum Walbecker Karneval. Damals war er Schulleiter und brauchte in diesem extrem kalten Winter dringend einen Klempner, weil die Heizung der Mehrzweckhalle (damals Sporthalle) eingefroren war.

Der damalige Vorsitzende des Karnevalsvereins Gerhard Heine half schnell und unentgeltlich. Aber mit der Bitte, Dieter Hahne könne doch im Karneval mitmachen. Mit seinem Akkordeon trat er erst als singender Dorfschulmeister auf, gründete dann die Gesangsgruppe Walbsche Deerns, aus der später Walbscher Allerlei hervorging, dichtete, sang, half bei Büttenreden, wenn Hilfe gebraucht wurde, und führte auch einige Jahre den Vorsitz im Verein.

Vor einigen Jahren verabschiedete er sich aus dem aktiven Karnevalsleben. Er marschierte nicht mehr mit den Sängerinnen, zu denen inzwischen schon Marco Döbel als männliche Verstärkung gekommen war, in den Saal, um zu singen. Die Gruppe bekam eine neue Struktur, auch weitere Sänger. Sie ist jedoch der von ihm begründeten Tradition treu geblieben. Mit ihren Liedern nimmt die Gesangsgruppe weiter Alltagsprobleme witzig aufs Korn und dokumentiert ihre Liebe zur Heimat:

"Das schönste Tal ist das Allertal" und "Auch in 100000 Jahren fließt die Aller hier im Ort, auch in 100000 Jahren ist das Freibad noch nicht fort", denn "auch in 100000 Jahren ist unser Walbeck noch so schön". Aber auch kommunalpolitische Querelen werden nach Noten kommentiert.

Dieter Hahne schreibt noch immer für den Karneval, und dabei will er auch noch bleiben, erklärte der 77-Jährige. Er werde öfter mal kritisiert, dass er nicht genug verkleidet sei, meinte er. Dabei habe er doch schon einen Hut auf mit einem Kölner Orden dran. Jetzt aber sei er besonders stolz auf seinen großen Orden. Der macht jetzt alles wett.