Die Kindertagesstätte "Abenteuerland" darf sich jetzt nicht nur "Haus der kleinen Forscher" nennen, sondern beteiligt sich auch an einem Modellprojekt. Dabei steht die Stärkung der Widerstandskraft der Erzieher im Mittelpunkt.

Hermsdorf l Die Mädchen und Jungen in der Hermsdorfer Kindertagesstätte "Abenteuerland" sind für viele Abenteuer offen. So ließen sie sich in der jüngsten Zeit auch gern auf verschiedene Experimente ein. Beispielsweise hatten sie viel Spaß bei den Beobachtungen, als sie Rosinen in einem Mineralwasserglas hoch- und wieder hinuntersausen ließen.

"Die Kinder sehen ganz andere Dinge, die wir Erwachsene gar nicht mehr sehen", erklärte Christin Wegener vom "Haus der kleinen Forscher" zum Abschluss dieses Projektes. Das gäbe auch den Eltern und Erziehern die Möglichkeit, sich auf eine andere Ebene zu begeben und manche Entdeckung zu machen. Während eines Elternabends riet sie den Anwesenden, mit ihren Kindern das eine oder andere Experiment gemeinsam auszuprobieren. "Es gibt viele einfache Dinge, die sehr spannend sind", erklärte sie.

Die Hermsdorfer Einrichtung hat sich mit ihrer Arbeit als "Haus der kleinen Forscher" bewiesen und darf sich nun mit einer entsprechenden Plakette schmücken. Für die Erzieherinnen Karin Doherr und Cornelia Arndt wird das sicher auch für die Zukunft Ansporn sein, mit ihren Schützlingen mancher Frage experimentell auf den Grund zu gehen. Und von diesen Fragen gibt es im Alltag schließlich viele, wie auch die Kinder aus dem "Abenteuerland" wissen.

Unterdessen lassen sich die Erzieher der Kindertagesstätte gleich auf das nächste Experiment ein. In Zusammenarbeit mit der sachsen-anhaltischen Landesvereinigung für Gesundheit wollen sie "Schätze heben". Wie Julia Chrapa von der Landesvereinigung für Gesundheit erklärte, sollen bei der sogenannten Resilienzförderung unter diesem Titel nicht nur die Kinder gestärkt werden, sondern vor allem die Erzieher. Im Mittelpunkt steht die Frage, was für die Gesundheit, speziell für die seelische Widerstandskraft, getan werden kann.

Die Erfolge in diesem Modellprojekt sollen in der Zusammenarbeit von drei Kindertagesstätten - der Kita "Märchenburg" und der Kita "Max und Moritz" in Haldensleben sowie der Hermsdorfer Kita "Abenteuerland" - erreicht werden. Dazu sind drei Workshops angedacht und zudem sollen je zwei Mediatoren das Projekt in den einzelnen Einrichtungen voranbringen. In der Hermsdorfer Kita sind das Janine Warnke und Regine Müller. "Wenn die Erzieherinnen sich seelisch gestärkt fühlen, wird sich das auch auf die Kinder übertragen", sagte Julia Chrapa. Unterstützt wird das Projekt von der Unfallkasse Sachsen-Anhalt und der Kroschke-Stiftung für Kinder.

Die Bereitschaft der Einrichtungen zu immer wieder neuen Projekten gab Bürgermeisterin Steffi Trittel während der Auftaktveranstaltung Grund zur Freude. Nicht zuletzt durch die Unterstützung der Eltern konnte das Zertifikat "Haus der kleinen Forscher" erreicht werden. Im nächsten Projekt gehe es nun nicht um die Schwächen von Kindern und Erziehern, sondern vor allem die Stärken würden herausgearbeitet werden.

Eine Arbeit, die vielleicht auch für die anderen elf Einrichtungen der Gemeinde Hohe Börde Schule machen könnte. Über 100 Erzieherinnen sind hier beschäftigt, regelmäßig kommen neue Kräfte hinzu. Einschließlich der vier Einrichtungen anderer Träger stehen in der Gemeinde 1300 Plätze zur Kinderbetreuung zur Verfügung.