In Sachen Internet sind Haldensleben und die Ortsteile grundversorgt. Doch die Stadtverwaltung ist an einem schnelleren Datenfluss für die Einwohner interessiert. Dafür soll nun der Bedarf ermittelt werden.

Haldensleben l Mit gerade einmal 2Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zuckelt der durchschnittliche Haldensleber derzeit auf der Standspur über die Datenautobahn Internet. Ganz links, auf der Überholspur, da rauschen die Daten mit 100Mbit/s nur so durchs weltweite Netzwerk. Dort will Haldensleben nicht hin, aber zumindest auf die Mittelspur. "Die Grundversorgung von 2Mbit/s ist im Stadtgebiet und den Ortsteilen hergestellt. Jetzt wollen wir Haldensleben gern komplett mit schnellem Internet von 50Mbit/s versorgt wissen", nennt Stadt-Pressesprecher Lutz Zimmermann das Ziel für die kommenden Jahre.

Bis zum Jahr 2018 soll in ganz Deutschland flächendeckend schnelles Internet eingeführt sein. Das sieht der Koalitionsvertrag der Bundesregierung vor. Diesen Zug wollen der Landkreis Börde im Allgemeinen und die Kreisstadt Haldensleben im Besonderen nicht an sich vorbeiziehen lassen. So hat die Kreisverwaltung bereits Anfang Februar eine Studie in Auftrag gegeben, welche die Möglichkeiten des Breitbandausbaus ausloten soll (Volksstimme berichtete).

Parallel dazu wird die Stadtverwaltung Haldensleben tätig. Sie ermittelt den Ist-Zustand der technischen Voraussetzungen in der Stadt. "Telekommunikationsunternehmen und andere Anbieter haben ihre Leitungen und bei aktuellen Baumaßnahmen auch schon Leerrohre mit verlegt. Diesen Zustand wollen wir ermitteln und bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie im August mit präsentieren", erklärt Zimmermann.

Allerdings, so macht er deutlich, bedeute dies nicht, dass Haldensleben ein komplett neues Netz für schnelles Internet bekommen wird. "Es geht eher darum festzustellen, wo es Nadelöhre gibt, die dann beseitigt werden können, um das vorhandene Netz zu optimieren", sagt er.

Das allerdings kostet viel Geld, und da sich Aufwand und Nutzen meist nicht rechnen, schrecken die Telekommunikationsunternehmen vor den hohen Investitionen zurück. Deshalb hat die Europäische Union Fördermittel für den weiteren Ausbau bereitgestellt. Doch um davon etwas abzubekommen, bedarf es nicht nur einer Machbarkeitsstudio. Auch der Bedarf muss nachgewiesen werden. Das nimmt ebenfalls die Stadtverwaltung für ihr Hoheitsgebiet in die Hand.

"Wir haben bereits vor geraumer Zeit den Bedarf bei Unternehmen und Gewerbe abgefragt. Doch da haben wir relativ wenig Rückmeldungen bekommen", weiß der Pressesprecher. Deshalb soll nun auch bei den Privatleuten der Bedarf nach schnellem Internet abgefragt werden. "Natürlich völlig unverbindlich. Niemand, der an unserer Umfrage teilnimmt, verpflichtet sich damit auch für einen schnellen Internetanschluss. Es geht wirklich nur um den Bedarf. Und je größer der ist, umso besser kann die Stadt ihren Antrag auf Fördermittel zum Netzausbau untermauern", dringt Zimmermann auf eine möglichst große Beteiligung aus Haldensleben und den Ortsteilen. Die Befragung soll in der kommenden Woche starten.