Mit einem Tag der offenen Tür haben am Wochenende die drei staatlichen Grundschulen in Haldensleben um die Gunst von Schülern und Eltern geworben. Ausgeklügelte Konzepte haben den Eltern die Wahl schwer gemacht, entscheidender war für sie jedoch häufig die Nähe zum Wohnort.

Haldensleben l Wenn Eltern ihre Kinder in der Grundschule Gebrüder Alstein anmelden, müssen sie ihnen auch eine Flöte mitgeben. Den Eltern, die zum Tag der offenen Tür in seine Schule gekommen waren, erklärte Schulleiter Michael Blaschke, warum: "Flöte lernen ist Teil unseres besonderen Musikkonzepts." Die Schule in der Rottmeisterstraße sei Musikbetonte und Europaschule. Deshalb würde man in der Einrichtung großen Wert darauf legen, dass jedes Kind ein Instrument beherrsche, so Blaschke. Außerdem würde regelmäßig der Austausch mit Partnerschulen in Finnland und Polen gefördert.

"Für die Kinder sind die regelmäßigen Telefonate über das Internet wirklich toll. Die polnischen und finnischen Schüler können Deutsch, da verstehen sich die Kinder schnell", sagte Blaschke zu den versammelten Eltern. Der Tag der offenen Tür war an an seiner Schule mit einem kleinen Musikprogramm eröffnet worden. Schnell hatten sich zahlreiche Eltern eingefunden, die ihre Kinder zu den Alsteins schicken möchten.

Boye-Grundschule lockt mit Sport, Medien und Umwelt

An der Grundschule Otto Boye wird zwar auch großer Wert auf eine frühe Fremdsprachenförderung gelegt, die drei wichtigsten Säulen im Schulkonzept sind jedoch die Themen Umweltschutz, neue Medien und Sport. Vor kurzem ist die Schule in der Bülstringer Straße als sportlichste Grundschule des Landkreises Börde ausgezeichnet worden. Außerdem besitzt die Boye-Schule Multimedia-Tafeln, mit denen mit Unterstützung des Internets oder von Computerprogrammen gelernt werden kann. Wichtig dabei: Die Schüler sollen schnell dazu gebracht werden, selbstständig und sicher mit dem Internet umzugehen.

Der Umweltschutz wird an der Boye-Schule auch im angeschlossenen Hort fortgeführt. Experimente und kleine Entdeckungen sind ein Bestandteil der Betreuung nach der Schule.

Baustelle an Kästner-Schule hat Eltern nicht abgeschreckt

Dass die Grundschule Erich Kästner derzeit eine Baustelle ist, hat viele Eltern nicht davon abgehalten, die Grundschule zu besuchen. Schulleiterin Ute Lehrmann erzählt: "Einige Eltern haben mir gesagt: `Der Zustand interessiert uns nicht, es kommt auf die Inhalte an.`" So habe die Schule Zuspruch aus Wedringen und Rottmersleben erhalten, wie Ute Lehrmann erklärte.

Das Konzept der Kästner-Grundschule versucht, die Schüler in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereichen zu fördern. Für besonders begabte Schüler werden zusätzliche Lerneinheiten angeboten, so dass sie ihren Wissensvorsprung ungebremst ausbauen können.

Nähe zum Wohnort sticht das beste Schulkonzept aus

Bei der Wahl der Schule ist für die meisten Eltern die Nähe zum Wohnort wichtig, wie Boye-Schulleiter Ingo Vogler erklärt: "Wünschenswert wäre es schon, wenn allein das Konzept entscheidend wäre, aber wirkliche Fehler können die Eltern ohnehin nicht machen, wenn sie ihr Kind in Haldensleben zur Schule schicken, alle Grundschulen sind sehr gut."

Eine Einschätzung, die Mike Lippmann teilt. "Ich kenne die Alsteinschule schon durch meinen Beruf und weil die Schule in der Nähe liegt, würde ich meine Tochter Mieze gern auf diese Schule schicken." Das sei ihm wichtiger als das Konzept, das die Schule verfolgt, sagte der Haldensleber über seinen Schulwunsch.

 

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