Wegenstedt l Ihren letzten Arbeitstag, einen Tag voller Emotionen, Geschenke, Überraschungen und Abschieds-tränen, wird Marlies Lippert, Leiterin der Kindertagesstätte (Kita) "Spetzenpieper" in Wegenstedt, so schnell nicht vergessen. Der letzte Tag im Dienst war auch ihr 60. Geburtstag.

"Wir schenken dir ein Bild von uns, damit du uns immer siehst. Wir schenken dir einen Sonnenhut, der dich beschützen soll", sangen die Mädchen und Jungen und überreichten ein Präsent nach dem anderen. "Applaus, Applaus für deine Taten. Mein Herz geht auf. Wenn du lachst! Applaus, Applaus, für deine Art mich zu begeistern", hieß es im nächsten Lied der Kleinen. Applaus bekam die Jubilarin auch von Kerstin Peters, die ihr als Leiterin des Hauptamtes der Verbandsgemeinde Flechtingen Gesundheit und alles Gute für die neue freie Zeit, die sie mit dem Ruhestand gewonnen habe, wünschte.

Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) hielt die Laudatio. "Der Kreis schließt sich heute. 1972 bist Du, liebe Marlies, von Rätzlingen nach Wegenstedt angereist, um die Tätigkeit als Kindergärtnerin aufzunehmen. Fast 42 Jahre an einer Arbeitsstelle tätig sein zu dürfen, ist schon eine besondere Leistung. Das zeugt von Kontinuität und Bodenständigkeit", sagte Schliephake. Mit 20 Jahren übernahm Marlies Lippert bereits die Leitung der Einrichtung. "Ein besonderer Termin war für Dich sicher der Juli 2010 - die Übergabe des Fördermittelbescheides für die neue Kindertagesstätte", blickte der Bürgermeister zurück und hob ihr unermüdliches Engagement für das Wohl der Kinder hervor. "Die Tagesstätte wäre ohne Dich nicht das, was sie jetzt ist. Du hast Spuren Deiner Arbeit hinterlassen", schwärmte der Chef der Gemeinde.

Verse zum Abschied hatte Regina Dittbrenner, eine Kollegin, die vor drei Jahren in den Ruhestand ging, vorgetragen. "Man rennt nicht mehr wie wild herum, das nimmt einem so mancher Muskel krumm", berichtete sie aus Erfahrung.

Marlies Lippert kennt solche Schmerzen noch nicht. "Der Abschied fällt mir heute sehr schwer, weil ich die Kinder und mein Team hundertprozentig vermissen werde", gestand sie, wischte sich Tränen aus dem Gesicht und dankte allen, die sie bei ihrer Arbeit unterstützt hatten. "Erzieherin ist ein Vollzeitjob. Man sollte gehen, wenn man noch gehen kann", ergänzte sie und versprach, oft zu Besuch zu kommen. Einen Blumenstrauß überreichte die Jubilarin an Kristin Grabow, die die kommissarische Leitung der Kita übernahm.

Die Kinderhochzeiten gehören zu den besonderen Veranstaltungen der Tagesstätte. 22Jahre lang gaben sich Mädchen und Jungen das Ja-Wort. Die Überraschung des Tages war, dass fast alle der Paare von damals zur Musik des Märchenfilms "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" vollständig zum Gratulieren kamen. "Damals noch Kinder - heute sind die meisten gestandene Damen und Herren", kündigte Gerhard Reinecke (CDU), der viele Jahre als Bürgermeister von Wegenstedt wirkte und sich jetzt im Calvörder Gemeinderat engagiert, die Brautleute an. Reinecke hatte den Tag voller Überraschungen zum größten Teil organisiert. Blumen und Geschenke gab es auch von der Feuerwehr und von den Vertretern der Vereine des Ortes.

 

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