Das Ausschießen von Schweinefleischpreisen hat im Rätzlinger Schützenverein Tradition. Die 57 Teilnehmer verbinden den Reiz des Wettkampfes mit der Hoffnung auf die Trophäe - eine riesige Schweinekeule - und dem Spaß an der Geselligkeit.

Rätzlingen l Ganz nach dem Talent und dem Glück des jeweiligen Schützen, gab es beim Wettschießen 31 kleine und große Stücke vom Schwein im Domizil der Rätzlinger Schützen zu gewinnen. Die Konkurrenz an den zwei Tagen war groß. Unter den 57 Teilnehmern waren zum größten Teil Frauen und Männer aus den Schützenvereinen Flechtingen, Erxleben, Oebisfelde, Ochtmersleben, Mieste und Rätzlingen. Aber auch Bewohner von Lockstedt, Eickendorf und Seggerde gehörten zu den Gästen.

"Es ist furchtbar, dass so wenig Leute aus unserem Ort unsere Einladung annehmen. Wenn nicht die vielen Vereine da wären, könnten wir unser Haus zuschließen", erklärte Ralf-Peter Segeler, Vorsitzender des Rätzlinger Vereins. Zu gern hätte er eine breitete Öffentlichkeit für den Schießsport begeistert.

Jeder hatte zehn Schuss. Die besten Teiler zählten. Die Teilermaschine ist der unbestechliche Schiedsrichter des Auswerters, mit der auf hundertstel Millimeter genau der Abstand des Einschusses vom Zentrum technisch über einen Exzenter festgestellt wird.

Groß war die Spannung vor der Siegerehrung. Hans-Dieter Kregel, der Vorsitzende des Miester Schützenvereins, schoss sich mit ruhiger Hand auf den ersten Platz. "Man muss viel üben, um ein guter Schütze zu sein. In Mieste wird immer freitags trainiert", berichtete er. Stolz nahm er die Schweinehinterkeule als Siegertrophäe in Empfang. Burkhard Jäger freute sich über den zweiten Platz. Aber auch Frauen hatten erfolgreich die Finger am Abzug. Mit Adleraugen traf Steffi Klatt aus Birkhorst bei Mieste. Sie holte sich den dritten Platz und gewann Fleisch für das nächste Sonntagsessen.

Der Schützenchef zog Bilanz. Demnach nahmen zwei Miester teil und hamsterten auch zwei Preise ein. Sieben Schützen kamen aus Ochtmersleben und holten sich vier Preise, fünf Oebisfelder schossen sich vier und drei Erxleber zwei Preise. Von den 17 Rätzlingern können sich zehn mit Köstlichkeiten vom Schwein stärken. Und die sechs Flechtinger eroberten sich drei Fleischstücke. "Die Schützen legen großen Wert auf die Geselligkeit. Das Schweineschießen ist für mich ein Muss", beschrieb Rätzlingens Ortsbürgermeister Wilhelm Behrens, der selbst den 18. Platz belegte und so auch einen Preis mit nach Hause nehmen konnte.

Den Schweineschwanz bekam Isabell Zauske. "Isabell war nicht die schlechteste Schützin. Sie hatte Pech, denn es gab nur 31 Preise. Sie landete auf dem 32. Platz und bekam den Schwanz", stellte Schützenschwester Hannelore Segeler klar. "Juhuu, über den Schweineschwanz freut sich mein Hündchen", jubelte die junge Rätzlingerin.

 

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