Der Gemeinderat hat das Integrierte Gemeindliche Entwicklungskonzept (IGEK) für die Hohe Börde beschlossen. Das Konzept soll für die Kommune Grundlage der Strategie in den nächsten sieben Jahren sein.

Irxleben/HoheBörde l Nach u¨ber einem Jahr Arbeit hatte das von der Gemeinde mit der IGEK-Erarbeitung beauftragte Expertenteam den Entwurf des Strategiepapiers vorgelegt. Die Ausschüsse des Gemeinderates hatten zuvor das Papier diskutiert, einige Details geändert und ergänzt.

Zur IGEK-Bedeutung erklärte der Leiter des Experten-Teams, Wolfgang Bock: "Alle Kommunen im la¨ndlichen Raum stehen in den kommenden Jahren vor Einschnitten, die ihre Entwicklung tiefgreifend beeinflussen werden. Dazu za¨hlt in besonderem Maße die Vorbereitung auf das Auslaufen des Solidarpaktes bis zum Jahr 2019 und das Wirksamwerden der Schuldenbremse." Deshalb müsse der Zeitraum bis zum Ende dieses Jahrzehnts genutzt werden, um auf jenen Feldern ta¨tig zu werden, die dringend des Einsatzes von Fo¨rdermitteln bedu¨rfen. "Handlungsrahmen der Gemeinde Hohe Börde dafür ist das IGEK. Dieses Konzept empfiehlt in besonderer Weise die Innen-Entwicklung in allen Ortschaften, die Schaffung vitaler Zentren in den Do¨rfern und die Ausgestaltung einer kinder- und familienfreundlichen Hohen Bo¨rde voranzutrieben", betonte Wolfgang Bock.

Die anstehende EU-Fo¨rderperiode 2014 bis 2020 bietet wahrscheinlich letztmalig die Mo¨glichkeit, kommunale Vorhaben großzu¨gig mit Mitteln der Europa¨ischen Union, des Bundes und des Landes zu befo¨rdern.

Das Expertenteam rät der Gemeinde, sich auf Projekte zu beschra¨nken, die den ho¨chsten Nutzen im Sinne einer Nachhaltigkeit fu¨r die Einwohner mit sich bringen und deren laufende Finanzierung mit den kommunalen Haushaltsmitteln langfristig gesichert werden kann. "Stellen Sie Jahr für Jahr eine Prioritätenliste auf, setzen Sie jenseits eines Gießkannenprinzips Schwerpunkte, die dem Interesse der ganzen Gemeinde nützen", bekräftigte Bock im Gemeinderat.

Der Leiter des IGEK-Teams unterstrich: "Die Hohe Börde ist bekannt dafür, dass sie schnell handelt und hat in den zuru¨ck liegenden vier Jahren ihres Bestehens viel erreicht. Die intensive Diskussion von Fragen der Anpassung an den demografischen Wandel, die Herausbildung neuer Beteiligungsformen der Zivilgesellschaft wie der Jugend- und Seniorenbeitrat, die Ehrenamtsstruktur der `Engagement-Drehscheibe` sowie die Erarbeitung eines ersten gemeinsamen Fla¨chennutzungsplanes und schließlich die Vorlage des IGEK haben wesentlich dazu beigetragen, das Zusammenwachsen der vormals eigensta¨ndigen Gemeinden zur Einheitsgemeinde zu unterstu¨tzen."

Die Nominierung der Gemeinde durch die Landesregierung fu¨r den Europa¨ischen Dorferneuerungspreis 2014 sei beredter Ausdruck fu¨r die Wu¨rdigung der Arbeit von Politik und Verwaltung sowie fu¨r das Engagement der in der Hohen Börde lebenden Bu¨rgerinnen und Bu¨rger.

An der Erarbeitung des IGEK waren sechs Planungsbu¨ros und Agenturen aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen beteiligt. Die vom Land Sachsen-Anhalt vorgegebene Themenbreite hatte eine ausgepra¨gte interdisziplina¨re Arbeit erfordert. Das Ministerium fu¨r Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt begleitet die Arbeiten zum IGEK-Prozess in mehreren Kommunen des Landes seit Ende 2012.