Mit einem Familienfest und einem Konzert haben Christen der Kirchgemeinde Wieglitz Gäste in ihren Ort gelockt. Mit solchen Veranstaltungen wollen sie das Miteinander pflegen und auf ihr großes Ziel, die Innensanierung ihres Gotteshauses, aufmerksam machen.

Wieglitz l Unter der Jahreslosung "Gott nahe zu sein, ist mein Glück" begrüßte Astrid Leischwitz vom Gemeindekirchenrat Wieglitz die Gäste. Sie wurde dabei durch die Kinder unterstützt, die Bilder mit den Kirchen und Pfarrhäusern der Orte aus dem Pfarrbezirk Bülstringen in die Höhe hielten. Superintendent Uwe Jauch nahm die Jahreslosung auf und stimmte auf den geselligen Nachmittag ein. Über 80Kaffeedurstige beziehungsweise Kuchenhungrige waren der Einladung gefolgt und probierten in Peschels Saal von den 25Sorten der Köstlichkeiten, die die Wieglitzer Frauen gebacken hatten.

Der Chor, geleitet von Gabi Krause, sorgte für die musikalische Umrahmung. Wieglitzer Kinder verstärkten das Sängervolk. Jede zusätzliche Stimme war willkommen. Astrid Leischwitz ermunterte zum Applaudieren, wenn ein Gesangsbeitrag oder später in der Kirche ein Musikstück besonders gefallen hat. "Glück und Freude kann man ruhig mal zeigen", sagte sie. Auf den Weg gemacht hatten sich Besucher aus Bebertal, Bülstringen, Hörsingen, Satuelle und Süplingen. Aber auch Gäste aus Dorst, Elversdorf (Altmark), Flechtingen, Niederndodeleben und Wolmirstedt waren anwesend.

Gemeindepädagoge Karl-Michael Schmidt und Madlen Wille betreuten die Kinder. Es wurde gemalt und Schiffe gebastelt. Bei Spielen bewiesen die jungen Gäste an der frischen Luft Geschicklichkeit. Das Pfarrerehepaar Ingeborg und Hans Heidenreich sowie Pastorin Helgard Steinacker nutzten die Gelegenheit, wie auch alle Besucher, mal wieder mit Bekannten und Unbekannten ins Gespräch zu kommen. So entstehen oft neue Ideen.

Zu den Ideen und Vorhaben der Wieglitzer gehört die Innensanierung der Kirche. "Der Kirchenkreis Haldensleben-Wolmirstedt hat ja bereits zugesagt, die Kirchengemeinde Wieglitz bei der Innensanierung zu unterstützen. Ich hatte ein Schreiben vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten im Postkasten, dass wir durchaus Chancen haben, dass unser Vorhaben 2014 bewilligt wird", erklärte Angelika Huchel vom Gemeindekirchenrat. Auch die zwölf Kirchenfenster, die aus etwa 1600 Glasteilen gefertigt sind, sollen erneuert werden. "Diese Einzelstücke können zum Preis von je zehn Euro symbolisch erworben werden", erklärte sie. 310 Fensterteile sind bisher vergeben. "Wir freuen uns über weitere Paten", so Angelika Huchel.

Eigentlich sollte im Anschluss an die Kaffeetafel ein Konzert des Rossini-Quartetts folgen, aber es gab Probleme. Kammersängerin Undine Dreißig hatte ihren Autoschlüssel samt Notenmaterial im Auto eingeschlossen. Der Schlüsseldienst wurde alarmiert, aber nun hieß es warten. Das Konzert begann trotzdem pünktlich. In einer gut gefüllten Kirche wurden die Musiker aus Magdeburg herzlich begrüßt. Das Programm wurde kurzfristig ein bisschen umgestellt. Nach einer halben Stunde Konzert konnte die Sängerin aus ihrem geöffneten Auto Noten und Text holen. Ein Mitglied des Quartetts meinte: "Als wir noch ohne Frauen waren, ist das nicht passiert." Angelika Huchel verriet: "Aber diesem Musiker mussten nach dem Konzert die Noten hinterhergefahren werden, weil er sie liegen gelassen hatte. Mein Mann hat ihn aber kurz vor Bülstringen noch eingeholt und somit das Konzert am Abend in Magdeburg gerettet. Durch diese Vorkommnisse wurden uns die Musiker noch sympathischer."

Gut konnten sich Huchels daran erinnern, dass Musiker Marco Reiss im letzten Jahr nach dem Konzert ja gleich den Kirchenschlüssel im Geigenkasten mitnahm. "Wir warten jetzt darauf, was beim nächsten Mal Lustiges passieren wird", sagte Angelika Huchel. Die Musiker kommen gerne wieder, vor allem wegen des Kuchens, meinte Reiss augenzwinkernd. Tosenden Beifall gab es vom Publikum und von den Musikern eine Zugabe. Astrid Leischwitz dankte allen, die zum Gelingen des Nachmittages beigetragen hatten.

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