Eine Altlast kommt die Gemeinde Hohe Börde teuer zu stehen. Die Sanierung der früheren Hausmülldeponie am östlichen Ortsrand von Hohenwarsleben soll zwischen 1,5 und 2 Millionen Euro kosten.

Hohenwarsleben/HoheBörde l Da mussten die Gemeinderäte der Hohen Börde kräftig schlucken. Die voraussichtlichen Sanierungskosten der alten Hausmülldeponie gehen in die Millionen. Das erklärten die mit der Deponiesanierung beauftragten Ingenieure in der Ratsrunde. Bisher war das Bauamt der Gemeinde von knapp 230000 Euro ausgegangen. Die Umweltbehörde des Landkreises verlangte aber einen Sanierungsumfang, dessen Umsetzung die viel höheren Kosten verursacht.

Jahrelanger Rechtsstreit mit dem Landkreis

Es geht um eine früher vom Kreis betriebene Hausmüll- deponie östlich von Hohenwarsleben in der Nähe der kaum noch benutzten Kreisstraße K1150. Bereits zu DDR-Zeiten waren dort klassischer Hausmüll und später auch Bauschutt in einer ehemaligen Tongrube abgekippt und die Deponie noch vor der Wende verschlossen worden. Die Altlastenbombe begann zu ticken. Nach der Wende hatten sich die damalige Gemeinde Hohenwarsleben (heute Ortschaft der Gemeinde Hohe Börde) und der Landkreis jahrelang um die Zuständigkeit insbesondere für die Beseitigung der Deponiefolgen auch vor Gericht gestritten. Inzwischen sieht die Gemeinde Hohe Börde als Rechtsnachfolger der früheren Gemeinde Hohenwarsleben keine Chance mehr auf Erfolg, per Gerichtsurteil dem Landkreis die rechtliche Verantwortung zu übertragen.

Sickerwasser fließt in einen benachbarten Graben

Das Problem der schon seit langem nicht mehr benutzten Deponie ist nicht der Ton, der dichtet das Gelände nach unten gut ab. Schuld ist die Form der Tongrube. Der Planungsingenieur verglich die Deponiegrube mit einer "Tasse mit Tülle".

Über diese Tülle drängt Sickerwasser aus dem Deponie-Inneren in die Umgebung. Bei Starkregen fließen somit einige Kubikmeter verseuchtes Sickerwasser in einen nahen Graben. Geplant ist nun, das in die Grube von oben eindringende Regenwasser durch eine Spezialschicht aufzufangen. Ziel ist, dass nur noch zehn Prozent des Wassers überhaupt den Deponiekörper erreichen. Diese eindringenden zehn Prozent müssen in Behältern gesammelt und speziell entsorgt werden. Das hört sich einfach ein. Die technische Umsetzung ist aber teuer.

Das Vorhaben könnte den Planern zufolge noch 2014 umgesetzt werden. Im Haushalt 2013 waren bereits die ursprünglich geschätzen Kosten von 230000 Euro berücksichtigt worden. In den Nachtragshaushalt 2014 soll nun die neue Summe eingestellt werden. Offen ist bisher, wie hoch die Förderquote für das Sanierungsvorhaben ausfallen wird. Laut Angaben des Bauamtes haben sich die Rahmenrichtlinien für die Förderung verändert.