Wolmirstedt l Eine neue Kleinannahmestelle für Müll steht ab heute den Bürgern zur Verfügung. Die Abfallentsorgungsgesellschaft "Untere Ohre" in Elbeu hat ein 3500 Quadratmeter großes Areal hergerichtet.

Die neue Kleinannahmestelle wurde am Donnerstag noch vor allem von Herren im Anzug bevölkert. Landrat Hans Walker hatte die Ehre, das rote Band durchzuschneiden und damit den Platz offiziell freizugeben. Ab Sonnabend werden sich dort vor allem Bürger einfinden, die Arbeitsbekleidung tragen, weil sie gerade im Garten die Sträucher geschnitten oder den Keller aufgeräumt haben. Kofferräume und Pkw-Anhänger werden fortan neben der alten Anlage entleert. Hinweisschilder weisen den Weg.

"In den vergangenen vier Jahren haben immer mehr Bürger ihren Müll selbst zur Anlage gebracht", sagt Geschäftsführer Reinhard Schulz. Kamen 2009 noch 38000 Kleinanlieferer, so brachten 2013 bereits 53500 Bürger Sperrmüll, Müll, Bauschutt oder Grünschnitt. Das sind durchschnittlich 180Anlieferer pro Tag. "Manchmal haben die Autos bis zur alten Kanalunterführung Schlange gestanden", weiß Schulz.

Mit der neuen Anlage werden die Klein- von den Großanlieferern entkoppelt. Ein weiterer Grund für die Neuerrichtung war, dass die alte Anlage nicht mehr den Sicherheitsvorschriften entsprach.

Arbeiten laufen seit Oktober

Seit Oktober wurde an dem neuen "Müllzentrum" gearbeitet. Es wurden Rohrleitungen verlegt, Borde gesetzt und Betonfertigteile zu Boxen zusammenmontiert. Die 3500 Quadratmeter große Fläche wurde innerhalb eines Tages und einer Nacht betoniert. Die Anlage hat ein rollendes Eingangstor bekommen und es wurden Bürocontainer aufgestellt. Um das Gelände optisch von der Kompostierungsanlage abzugrenzen, wurde ein Erdwall aufgeschüttet, der demnächst begrünt wird. Die Kosten für die Neuanlage belaufen sich auf 310000 Euro.

Die Müllmengen, die in Elbeu angeliefert werden, sind immens. Von 2011 bis 2013 wurden 23368 Tonnen Abfall abgegeben. "Wäre diese Menge in der Landschaft abgeladen worden", so Schulz, "hätte der Landkreis für das Sammeln und Entsorgen rund 2,2 Millionen Euro aufbringen müssen."

Die Abfallentsorgungsgesellschaft "Untere Ohre" ist ein kommunales Unternehmen. Der Landkreis ist zu 100 Prozent Gesellschafter. Landrat Hans Walker ist Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, in der Vertreter aller Kreistagsfraktionen mitarbeiten.

Reinhard Schulz zeigte den Gästen neben der neuen Kleinannahmestelle auch die 485500Euro teure Photovoltaikanlage auf den Hallendächern, die seit August in Betrieb ist. Auf 2500Quadratmetern werden jährlich 255000 Kilowattstunden Strom erzeugt.