Die Arbeiten für die Fischaufstiegsanlage an der Schleuse bei Kämkerhorst laufen auf Hochtouren, während die Fischtreppe zwischen Mannhausen und Sachau bereits fertig ist. Diese Bauwerke gehören zu den neun Fischaufstiegsanlagen, die die ökologische Durchgängigkeit der Ohre sichern soll.

Kämkerhorst/Mannhausen l Mitglieder der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Drömling kamen zusammen, um den Haushalt für 2014 zu beschließen. Im Anschluss machten sich die Verbandsmitglieder auf den Weg, um sich die im Bau befindlichen und die geplanten Projekte vor Ort anzusehen.

Ende 2012 lief die zweite Förderphase für das Naturschutzgroßprojekt aus. Aber es geht nahtlos weiter. Seit 2013 werden die Projektvorhaben vorrangig über Gelder der Europäischen Union umgesetzt. Zu den Bauprojekten, die derzeit auf Hochtouren laufen, gehört die Fischaufstiegsanlage an der Ohreschleuse bei Kämkerhorst. Die Anlage soll es wandernden Fischen ermöglichen, ihre Laichplätze zu erreichen. Außerdem dienen die sogenannten Fischtreppen der Vernetzung von Biotopen und somit dem Austausch zwischen den Populationen.

"Baubeginn dieser Fischtreppe war im Dezember 2013. Der erste Querriegel mit Schlitz- öffnung ist gesetzt. Der zweite ist im Bau befindlich. Es folgen noch fünf weitere. So können die Fische von einem Becken ins nächste bis ins Oberwasser der Stauanlage aufsteigen", erklärte Matthias Kausche, Geschäftsführer des Zweckverbandes Drömling. Ende März soll die Fischaufstiegsanlage bei Kämkerhorst fertig sein. Die Kosten für diese Fischtreppe betragen 180000 Euro. Diese Projekte werden zu 100 Prozent im Rahmen der "Natura 2000" mit Fördermitteln der Europäischen Union und des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.

Mittelfristig sind es neun Wehre, die zwischen Calvörde und Jahrstedt mit solchen Anlagen ausgestattet werden.

Die Fischtreppe an der Hoffmannschleuse an der Ohre zwischen Mannhausen und Sachau ist die erste Fischtreppe des gesamten Projektes. "Die ökologische Duchgängigkeit der Ohre ist unser großes Ziel. Wir hoffen, dass wir auch in den nächsten Jahren die Projekte umsetzen können", sagte Werner Folkens, ehrenamtlicher Vorsitzender des Zweckverbandes. Joachim Funke, Sachgebietsleiter der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Salzwedel, begleitete die Exkursion. "Wir beobachten diese Bauprojekte, weil sie ja auch auf unserer Landkreisseite in ähnlicher Form umgesetzt werden", erklärte Funke. Die Ohre ist hier die Grenze zwischen den Landkreisen Börde und Salzwedel. "Der Altmarkkreis ist ja auch an der Stauanlage beteiligt. Und die Stauanlage ist Bestandteil der Genehmigung. Die Fischaufstiegsanlage wird ja im Verbund mit der Stauanlage betrieben", ergänzte Kausche.

"Wir sind immer sehr an allen wasserhaltenden Maßnahmen im Projektgebiet interessiert. Wir freuen uns über den Fortschritt an der Ohre. Als Mitglied des Zweckverbandes begleiten wir das Projekt von Anfang an", schilderte Biologin Silke Engling vom World Wide Fund For Nature (WWF) Deutschland.

"Heute geht es auch um die Vergabe der Planungsleistungen. Aufträge wurden für die Planung von Fischaufstiegsanlagen am Ohrestau an der Kolonie Frische zwischen Buchhorst und Frankenfelde sowie am Ohrestau bei Jahrstedt-Germenau vergeben", erklärte Kausche.