Der Hillersleber Hobbyhistoriker Klaus-Peter Keweloh war zu Gast bei der Ortsgruppe der Volkssolidarität in Hillersleben-Dorf. Beherrschendes Gesprächsthema dabei war der Abzug der sowjetischen Truppen, der sich am 6. April zum 20. Mal jährt.

Hillersleben l Am 6. April 1994 rollte der letzte Zug mit Militärtechnik, Soldaten und Offizieren aus der Hillersleber Garnison. Viele Menschen aus dem Dorf und den umliegenden Gemeinden waren zur Verabschiedung gekommen.

Ausgelassene Abschiedsfeier im heutigen Bürgerhaus

Einige hatten Blumen mitgebracht, andere brachten Schnaps oder Verpflegungspäckchen für die abziehenden Soldaten mit. "Schon einige Tage vorher hatte es im jetzigen Bürgerhaus in Hillersleben-Siedlung eine Abschiedsfeier gegeben", erinnerte sich Rosemarie Borrock. Eine Militärkapelle spielte, Sänger traten auf und der Hillersleber Chor sang. "Es war eine ausgelassene Stimmung, es wurde getanzt, gesungen und natürlich auch Wodka getrunken", berichtete Rosemarie Borrock. Auch andere Mitglieder aus der Volkssolidaritäts-Ortsgruppe waren bei dieser Feier dabei.

Aber sie erinnerten sich auch an ein Ereignis im April 1968. "Vermutlich haben Soldaten und Hillersleber beim Tausch von Benzin gegen Schnaps ein Feuer verursacht", hat Hans-Peter Keweloh herausgefunden. In den Abendstunden gab es jedenfalls eine gewaltige Explosion. Unweit der Alten Wache gerieten Panzer und aufmunitionierte Militärfahrzeuge in Brand und explodierten. "Die Splitter flogen bis in das Dorf" erinnerten sich die Hillersleberinnen.

Ehemaliger Presseoffizier kommt zu Filmaufnahmen

Keweloh informierte die Besucher der Veranstaltung darüber, dass der MDR einen Film über den Abzug der Roten Armee vor 20 Jahren drehen will. "Es wird auch einen Vororttermin geben, zu dem der ehemalige Presseoffizier der Garnison, Jewgeni Kolenda, kommen wird. Vielleicht könnt ihr als Zeitzeugen ebenfalls dabeisein", forderte er die Hillersleberinnen auf.