Erhebliche Beeinträchtigungen durch Biber sowie die vom Land geplante Gewässerabstufung könnten künftig die Beiträge des Unterhaltungsverbandes Obere Ohre und Aller in die Höhe treiben. Damit beschäftigen sich auch die Kommissionen der Gewässerschauen, die bald losgehen.

Oebisfelde-Weferlingen l 107 Biberdämme hatten die verschiedenen Schaukommissionen des Unterhaltungsverbandes allein 2013 in den Gewässern registriert. Sie beeinträchtigten den Abfluss wesentlich, viele Biberdämme mussten - mit vorheriger Genehmigung - entfernt werden. "Außerdem wurde eine Vielzahl von Brücken, Durchlässen und Stauanlagen von Biber-Verstopfungen befreit", erklärt Geschäftsführer Hagen Müller.

"Das Land befreit sich zu Lasten der Verbände von den Kosten."

85257 Euro hätte das den Unterhaltungsverband Obere Ohre und Aller im vergangenen Jahr gekostet, hinzu seien erhebliche Kosten bei Eigentümern und Nutzern gekommen. Nicht nur diese zusätzlichen Mehraufwendungen durch das Tun des Bibers führe demnächst zu einer deutlichen Erhöhung der Beitragssätze im Gebiet des Unterhaltungsverbandes.

Auch die vom Land für 2015 beschlossene Abstufung betreffe insbesondere den Verband Obere Ohre und Aller. Rund 290 Kilometer Gewässer erster Ordnung sollen abgestuft werden.

"Das Land befreit sich zu Lasten der Verbände von den Kosten. Allerdings ist die Betroffenheit in den Unterhaltungsverbänden sehr unterschiedlich. So entfallen von den insgesamt geplanten rund 400000 Euro Kosten allein rund 85000 Euro auf den Unterhaltungsverband Obere Ohre", teilt Hagen Müller mit. Fast die Hälfte der Verbände sei hingegen von der Gewässerabstufung gar nicht betroffen.

Während es in diesem Jahr noch gelinge, den Beitrag stabil zu halten, sehe das deshalb ab 2015 schon anders aus. Dem Thema würden sich unter anderem die Schaukommissionen annehmen, erklärte der Geschäftsführer.

So werde in den kommenden Monaten der ordnungsgemäße Zustand und die Funktionstüchtigkeit der 1720 Kilometer Gewässer erster und zweiter Ordnung und der 240 wasserwirtschaftlichen Anlagen im Verbandsgebiet begutachtet. Spezielle Kommissionen erfassen bei diesen Gewässerschauen Mängel.

Zudem werde die Abstellung festgestellter Mängel vorangegangener Schauen überprüft. "Wir führen umfangreiche Arbeiten, wie Krautungen, Grundräumungen, Ufersicherungen, Gehölzpflegearbeiten, Staureparaturen und die Staubedienung durch", sagt Hagen Müller.

"Erstmals höhere Wasserstände an den Stauanlagen praktiziert."

Einen Themenschwerpunkt bilden laut dem Geschäftsführer in diesem Jahr auch die vom Naturschutz in Teilen des Drömlings eingerichteten Nässegebiete. "Auf der Grundlage der Naturschutzziele und der wasserrechtlichen Vorgaben haben wir in einigen dieser Nässegebiete 2014 erstmalig höhere Wasserstände an den entsprechenden Stauanlagen praktiziert, so zum Beispiel in Teilen des Rätzlinger Drömlings", verriet er.

Die Schaukommission werde die Ergebnisse prüfen. Dabei gehe es einerseits um das Erreichen der Naturschutzziele in den Nässegebieten und andererseits um das Vermeiden möglicher Beeinträchtigungen benachbarter Flächen.

Der Auftakt der Gewässerschauen in den sechs vom Unterhaltungsverband betreuten Teilbereichen findet am 18. März statt. Dann wird eine Kommission in Oebisfelde, Breitenrode, Wassensdorf, Weddendorf und Niendorf zu Gast sein. Am 20. März folgen dann Rätzlingen, Bösdorf, Kathendorf und Etingen.