Haldensleben (az) l Wie funktioniert der Finanzmarkt und wie macht man auf dem Börsenparkett eine gute Figur? Mit solchen Fragen haben sich die Schüler des Haldensleber Professor-Friedrich-Förster Gymnasiums beschäftigt, und zwar mit großem Erfolg. Beim sogenannten Planspiel Börse eroberte die Schülergruppe "Bördencrash" den ersten Platz, mit dem "Team Beam" gelangte eine weitere Gruppe der Schule auf den dritten Platz. Insgesamt beteiligten sich im Landkreis Börde 89 Teams an dem Wettbewerb.

Das Planspiel Börse wird von deutschen und europäischen Sparkassen organisiert und fand bereits zum 31. Mal statt. "Für uns ist der Wettbewerb bereits ein fester Baustein", erklärt Monique Friedo von der Kreissparkasse Börde. Ziel sei es, bei den Jugendlichen das Teamwork zu fördern sowie die Fähigkeit, Risiken abzuschätzen. "Man kann Erfahrungen fürs Leben sammeln. Und mit Spielgeld tut es nicht weh", erklärt Silke Berkling, Regionalmarktleiterin Haldensleben der Kreissparkasse.

Das Prinzip: Mit einem fiktiven Einsatz von 50 000 Euro konnten die Teams über einige Wochen hinweg in Aktien investieren. Durch geschicktes Taktieren erreichte die Gruppe "Bördencrash" am Ende einen Gesamtdepotwert von 57292,66 Euro. Das "Team Beam" lag bei 54250,50 Euro. Der zweite Platz ging an "die Gurken" von der Johannes-Gutenberg-Schule Wolmirstedt, Platz vier an die "Keller Kinder" des Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasiums Wolmirstedt. Die Gruppe "The coin hunter" der Berufsbildenden Schulen Oschersleben sicherte sich Rang fünf. "Gerade zum Ende hin wurde es knapp. Die ersten fünf Gruppen lagen ganz dicht aneinander", betont Monique Friedo.

Besonders beliebt seien bei den Schülern die Aktien bekannter Unternehmen gewesen wie beispielsweise VW, Apple oder Adidas. Doch auch da gab es Überraschungen. So sei die Aktie des Spieleentwicklers Ubisoft an einem Tag um 20 Prozent abgerutscht. "Im echten Leben könnte ich dann vielleicht nicht mehr ruhig schlafen", sagt Fabian Wolff vom "Team Beam".

Begleitet wurde das Projekt von Jürgen Staar, der als Lehrer am Förster-Gymnasium den Wirtschaftskurs leitet. "Ich gebe nie konkrete Empfehlungen. Aber ich kümmere mich darum, dass die Schüler aktiv sind." Viel Zusatzmotivation habe es aber nicht gebraucht: "Wer mit dem Planspiel angefangen hat, entwickelt Eigeninitiative", sagt Silke Berkling. Jürgen Staar machte bei den teilnehmenden Lehrkräften den zweiten Platz. Das Förster-Gymnasium als Ganzes belegte bei den beteiligten Schulen den ersten Platz. Dafür gab es eine Belohnung von 500 Euro. Die Verwendung ist noch unklar: "Vielleicht setzen wir das Geld für Unterrichtsmaterial ein, vielleicht auch für unser Projekt zum Beginn des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren", erklärt Jürgen Staar.

Deutschlandweit haben sich etwa 34000 Schülerteams am Planspiel Börse beteiligt. Gemeinsam setzten sie die fiktive Summe von 3,79 Milliarden Euro um.