Immer Anfang März wird überall auf der ganzen Welt der traditionelle Weltgebetstag gefeiert. In Eickendorf haben die Besucher im Anschluss an den Gottesdienst auch noch Köstlichkeiten nach ägyptischen Rezepten probiert.

Eickendorf l Ein breites, blaues Tuch schlängelte sich durch die Eickendorfer Kirche. Am Weltgebetstag, den Frauen aller christlichen Konfessionen rund um den Erdball feiern, hatten die Eickendorferinnen und ihre Gäste die lange Stoffbahn symbolisch für den Flusslauf des Nils ausgebreitet. Um den Nil und die Bedeutung des Wassers ging es in der Liturgie. Mit vielen Informationen über das Land Ägypten und dessen Bevölkerung, mit rhythmischen Liedern und zahlreichen Anregungen zur Gestaltung der Gottesdienste hatten Frauen aus Ägypten über zwei Jahre lang das Programm für diesen besonderen Tag zusammengestellt.

Über die Vielfalt der Lebenssituationen und die Perspektiven von Frauen in Ägypten, die Bedeutung der Geschichte ihres Landes, Negatives und Positives sowie die derzeitige politische Situation wurde gesprochen. Die zentrale Botschaft dieses Weltgebetstages war die Zukunftsvision vom "lebendigen Wasser", wie sie Jesus im Gespräch mit einer Samaritanerin formulierte, zu vermitteln. Einige Frauen gestalteten mit Puppen szenisch die Bibelstelle aus dem Johannes-Evangelium, in der Jesus sagte: "Das Wasser, das ich ihnen geben werde, wird in ihnen zu einer Quelle sprudelnden Wassers für das ewige Leben." Gemeinsam wurde das Lied "Wagt euch zu den Ufern, stellt euch gegen den Strom" angestimmt.

Schon einige Wochen vor dem Weltgebetstag begannen die Eickendorferinnen und ihre Gäste, sich mit der Gottesdienstvorlage zu beschäftigen und Informationen zu sammeln. Diese flossen dann auch in den Gottesdienst ein, dessen Gestaltung und Atmosphäre etwas von dem Geist dieses Landes widerspiegelten.

"Welche Wüstenzeiten und Durststrecken kennen wir aus unserem Leben? Welche Quellen der Kraft können uns helfen, neu aufzuleben?", fragte Pastorin Esther Spenn und zeigte auf Papierblüten, die während der Feier in den Wasserschalen aufgeblüht waren.

"Jeder von uns kennt seine eigenen Wüstenzeiten. Jeder erlebt Zeiten, in denen es ihm nicht so gut geht. Das sind Momente, in denen wir schier vertrocknen und uns nach lebendigem Wasser sehnen. Irgendwie hat jeder dann sicherlich Hilfe erfahren", vermutete Esther Spenn. Sie bat die Anwesenden auf die Blätter von Papierblumen zu schreiben, was in diesen Wüstenzeiten Hilfen waren. Die Blüten wurden dann zusammengefaltet. "Die Blüten sind wie ein Wunsch. Jeder kann sich beim Abschied eine Blume aus dem Korb nehmen. Wenn er sich dann in einer Wüstenzeit befindet, kann er das Trostwort lesen. Vielleicht wird es ihm dann auch zur Hilfe", erklärte die Pfarrerin.

Abwechselnd lasen die Frauen, Männer und Kinder Bibeltexte vor und sangen Lieder, um den Frauen in Ägypten nah zu sein.

Es gab nach dem Gottesdienst ein gemeinsames Essen, für das traditionelle Speisen nach ägyptischen Rezepten gekocht wurden.

 

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