Hundisburg l Ob Heide oder Niedermoor, ob Lebensraum von Ziegenmelker oder Blaukehlchen: Sie alle gehören zu den "grünen Schätzen" Sachsen-Anhalts - und meist auch zu sogenannten Natura-2000-Gebieten. Um diese bekannter zu machen, gibt es eine neue Ausstellung im Haus des Waldes auf Schloss Hundisburg.

Denn die Schutzgebiete haben ein Problem: Zwar machen sie allein in Sachsen-Anhalt mehr als zehn Prozent der Landesfläche aus. Aber mit dem Begriff "Natura 2000" können viele Bürger nichts anfangen. "Nach einer Untersuchung lag der Bekanntheitsgrad im Jahr 2010 bei gerade einmal elf Prozent", erklärt Dr. Ulrich Lange vom Landesamt für Umweltschutz. Um das zu ändern, hat das Landesamt die Wanderausstellung ins Leben gerufen - ebenso wie vier kleinere Brüder, die von Schule zu Schule ziehen. In Hundisburg zu sehen sind zunächst einmal 19 Schautafeln. Durch drei Bildschirm-Stationen und einen Film umfasst die Ausstellung auch multimediale Elemente. Einige Exponate laden sogar zum Erfühlen und Erriechen ein. Für Kinder gibt es ein spezielles Arbeitsblatt inklusive Aufkleber.

Natura 2000 ist der Name für ein europaweites Netz von Schutzgebieten. Sein Zweck ist es, gefährdete wildlebende Pflanzen- und Tierarten sowie ihre Lebensräume länder-übergreifend zu bewahren. Zu diesen Gebieten gehören auch der Drömling und die Colbitz-Letzlinger Heide.

"Die Ausstellung ist sehr gut gemacht und fügt sich prima in unser Angebot ein. Schließlich wollen wir die ganze Bandbreite des Waldes und seiner Funktionen zeigen", lobt Stefan Heinzel, der Leiter des Hauses des Waldes. Denn die zu Natura 2000 gehörenden sogenannten Flora-Fauna-Habitate (FFH-Gebiete) hätten im übrigen Angebot des Hauses gefehlt. "Durch die neue Schau haben wir einen weiteren Aspekt hinzugefügt", verdeutlicht Hubertus Hlawatsch vom Landesforstverein Sachsen-Anhalt.

Zu sehen ist die Wanderausstellung in Hundisburg bis zum 18. Mai. Sie soll dafür sensibilisieren, dass Naturschutz nicht nur in Regenwäldern stattfindet, sondern auch direkt vor der eigenen Haustür. So erfahren Besucher zum Beispiel, dass die Colbitz-Letzlinger Heide mit rund 20000 Hektar das größte zusammenhängende Heidegebiet Mitteleuropas ist. Mit Schwarzstorch und Baumfalke beheimatet sie Vogelarten, die andernorts längst verschwunden sind.

Die Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 9 bis 15 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Weitere Infos unter www.hausdeswaldes.sachsen-anhalt.de.