16 Kindern könnte nach aktuellem Stand der Besuch der "Grundschule nach Wunsch" in Haldensleben zum kommenden Schuljahr versagt bleiben. Während es bei "Otto Boye" und "Gebrüder Alstein" Wartelisten gibt, bietet "Erich Kästner" noch genügend Kapazität, um auch diese Kinder am 6. September einschulen zu können.

Haldensleben l Die freie Wahl der Grundschule stellt Eltern vor eine nicht gerade einfache Aufgabe. Zumal - sollte die Entscheidung gefallen sein - es keine Garantie gibt, ob der Sprössling auch an der Schule der Elternwahl unterrichtet werden kann. Und das sorgt auch im zweiten Jahr der freien Schulwahl in der Kreisstadt mitunter für lange Gesichter.

Aktuell betrifft es 16 Mädchen und Jungen, die für das kommende Schuljahr noch in der Warteschleife "ihrer" Grundschule geparkt sind. Für die 53 freien Plätze an der Grundschule "Otto Boye" wurden 60 Kinder angemeldet, für die 38 Plätze in der Grundschule "Gebrüder Alstein" lagen 52Anmeldungen vor. Mittlerweile sind die Wartelisten aktualisiert worden. "Für die Boye-Schule stehen derzeit noch vier Kinder auf der Nachrückerliste, für die Alsteinschule sind es zwölf Kinder", nennt Doreen Scherff, Leiterin des Amtes für Bildung, Kultur, Soziales, Jugend und Sport in der Stadtverwaltung, die aktuellen Zahlen.

"Für alle Kinder, die noch auf den Wartelisten stehen, gibt es Plätze an der Grundschule ,Erich Kästner`", macht Doreen Scherff deutlich. Dies sei den Eltern auch mitgeteilt worden. "Dagegen können sie jedoch Widerspruch einlegen", weist die Amtsleiterin auf die rechtlichen Mittel hin, die den Eltern zur Verfügung stehen. "Wird der Widerspruch jedoch abgelehnt, bleibt ihnen noch der Klageweg", so Scherff weiter. Diese Möglichkeit sei im vergangenen Jahr in einem Fall genutzt worden, die Klage allerdings wieder zurückgezogen worden, sagt die Amtsleiterin. Was wiederum Stadt-Dezernent Henning Konrad Otto ein wenig bedauert. Er hätte sich schon ein gerichtliches Verfahren dazu gewünscht, allein um zu wissen, auf welchem rechtlichen Terrain sich die Stadt Haldensleben bei den offenen Schuleinzugsbereichen bewege, hatte er in der Vergangenheit des Öfteren anklingen lassen.

Der Fakt, dass die Kästnerschule auf dem Süplinger Berg nicht zu den Top-Adressen der drei städtischen Grundschulen zählt, werde sich nach Ansicht von Doreen Scherff aber spätestens dann relativieren, wenn die Sanierung der Schule beendet ist. Dann steht den Kindern auch hier eine moderne Schule zur Verfügung, die einen Vergleich mit den beiden anderen Einrichtungen nicht scheuen muss.

"Als Nachteil der Kästnerschule wird oftmals die Lage und der damit verbundene lange Schulweg für Kinder aus dem Stadtgebiet angeführt", so die Erfahrungen von Doreen Scherff. "Doch wenn wir uns einmal die Schulwege von Grundschülern in der Fläche vor Augen führen, dann ist das kein Vergleich." Zudem biete die Schule auch Vorteile. "Es wird dort künftig einen Früh- und einen Späthort geben. Bislang haben das alle Einrichtungen vorgehalten, nach der Sanierung wird sich das Angebot jedoch nur auf die Kästnerschule konzentrieren", unterstreicht Doreen Scherff.