Der Haldensleber Rassegeflügelzuchtverein "Roland" feierte am Sonnabend sein 50-jähriges Bestehen. Seinen Ursprung hatte der Verein in einem Wohnzimmer, heute kann er stolz ein Vereinshaus mit ausreichend Platz für Ausstellungen sein Eigen nennen.

Haldensleben l Abergläubisch sind Helmut Konert, Fritz Lippelt, Hans-Walther Luthe, Otto Lange, Harald Wolf, Peter Stock und Walter Ebert nicht gewesen, als sie am 13. März 1964 im Wohnzimmer von Helmut Konert den Haldensleber Rassegeflügelzuchtverein "Roland" aus der Taufe hoben. Schließlich war das an einem Freitag, dem 13., doch das Datum hat dem Verein Glück beschert - er ist seit 50 Jahren aktiv.

Das Vereinsjubiläum feierten die 31 Mitglieder am Sonnabend in ihrem Vereinshaus an der Bornschen Straße mit vielen Gästen. Nicht nur die Partner der Züchter, die den Frauen und Männern bei ihrem zeitintensiven Hobby den Rücken freihalten, waren mit von der Partie. Mitglieder befreundeter Vereine, Vertreter des Landes- und des Kreisverbands der Rassegeflügelzüchter, Haldenslebens Bürgermeister, Norbert Eichler, und Hans-Joachim Krohm als Vertreter des Landesrats machten ebenfalls ihre Aufwartung. Und Vereinsvorsitzender Frank von Ameln hatte es auch nicht versäumt, sowohl Preisrichter als auch Sponsoren zur Feier einzuladen.

Erst 2006 eigenes Vereinshaus mit Ausstellungsraum

Die Vereinsgeschichte Revue passieren zu lassen, das musste sich Frank von Ameln verkneifen. "Ich wollte ja mehr erzählen, aber ich darf nicht. Dafür haben wir eine Chronik erstellt, die ihr lesen könnt", verwies der Vereinsvorsitzende auf das Heft, das die im wahrsten Sinne des Wortes "bewegte" Vereinsgeschichte enthält. Denn in Bewegung mussten die Züchter bis zum Jahr 2006 ständig sein, wenn es darum ging, ihre Zuchtergebnisse öffentlich zu präsentieren. Zwar hatten sie seit 1989 ein eigenes Vereinshaus - das allerdings erst mit viel Schweiß, Mühe und Muskelkraft hergerichtet wurde, bevor es 1994 eingeweiht werden konnte - in der Langen Straße, doch Platz für Ausstellungen bot es nicht. Die Züchter mussten auf die umliegenden Dörfer wie Neuenhofe, Bülstringen oder Wedringen ausweichen, um ihre Schauen zu veranstalten.

Das änderte sich erst, als der Verein 2005 das ehemalige Heizhaus der Stadtwerke an der Bornschen Straße erwarb. Auch hier war viel Arbeit vonnöten, um das Objekt herzurichten. Doch im Jahr 2006 konnten die Vereinsmitglieder erstmals eine eigene Schau in ihrem Vereinshaus zeigen. Seitdem stehen jährlich drei feste Veranstaltungen im Kalender: das Hähnewettkrähen zum Jacobimarkt, die Sommerschau zum Altstadtfest und die Haldensleber Stadtschau im Dezember.

"Das zeigt, dass Sie nicht nur etwas für sich und den Verein machen, sondern etwas für die ganze Stadt", lobte Norbert Eichler das Engagement der "Roland"-Züchter. "Dies kann nicht hoch genug bewertet werden." Er kenne den Verein gut, schließlich sei er fast immer dabei gewesen, wenn eine Ausstellung eröffnet wurde, sagte Eichler. "Und ich bin beeindruckt, was aus dem Gebäude geworden ist und welch ein schönes Nest sich die Mitglieder hier gebaut haben", hob er hervor.

Auch Dieter Kuhr, Vorsitzender des Landesverbandes der Rassegeflügelzüchter Sachsen-Anhalt und extra aus Könnern angereist, zeigte sich von der Halle beeindruckt: "Ich bin zum ersten Mal hier und muss schon sagen: ,Respekt!`." Er betonte aber auch, dass die Rassegeflügelzucht kein reines Freizeitvergnügen sei. "Ihr habt den Verein auch gegründet, um Tierrassen zu erhalten. Einige würden ohne euch Züchter heute gar nicht mehr existieren."

Hobby geht vom Vater auf den Sohn und auf den Enkel über

Aber nicht nur in Sachen Rassegeflügelzucht würde der Verein gute Arbeit leisten, erklärte Uwe Roskoden als Vertreter der Preisrichter, welche die Tiere bei den Schauen bewerten. "Auch was den Vereinsnachwuchs angeht, seid ihr auf einem guten Weg", so Roskoden und spielte dabei auf die generationsübergreifende Weitergabe des Hobbys bei den "Roland"-Züchtern an. Denn das heute noch aktive Gründungsmitglied Otto Lange hatte seinen Sohn Jörg einst für die Rassegeflügelzucht begeistert, und in die Fußstapfen seines Vaters tritt mittlerweile auch Kai Lange.

Von der Nachwuchsarbeit des Vereins ist auch Sirko Träbert angetan. Der Jugendobmann des Kreisverbandes Ohre der Rassegeflügelzüchter zählt den Haldensleber Nachwuchs neben der Schackensleber Jugendgruppe zu den Stützen in Sachen Jugendarbeit im Landkreis. "Darauf könnt ihr stolz sein", so seine Glückwünsche zum Vereinsjubiläum. Zumal der Rassegeflügelzuchtverein "Roland" Haldensleben der erste Verein im damaligen Bezirk Magdeburg war, der eine Jugendgruppe gegründet hatte, wie in der Chronik zu lesen ist.