Die Freiwillige Feuerwehr Haldensleben rückte im vergangenen Jahr durchschnittlich an jedem dritten Tag zu einem Einsatz aus. Insgesamt wurden die Frauen und Männer 137Mal alarmiert.

Haldensleben l Auch wenn die Sirene meist nur am Sonnabend um 11 Uhr beim Testlauf zu hören ist, heißt das nicht, dass die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Haldensleben eine ruhige Kugel schieben können. Denn sie werden heutzutage per Funk alarmiert - im vergangenen Jahr genau 137 Mal. "Im Schnitt waren wir jeden dritten Tag im Einsatz", zog Wehrleiter Frank Juhl auf der Jahreshauptversammlung eine beeindruckende Bilanz.

Und im Schnitt sind es dann 18 Kameraden, die ausrücken. Diese Einsatzbereitschaft zu gewährleisten, sei auch ein Verdienst der Stadt Haldensleben, so Juhl. "Sie spielt als Arbeitgeber eine große Rolle, denn viele unserer Mitglieder sind bei der Stadt beschäftigt", erklärte er. Und auch Feuerwehrleute aus anderen Wehren, die aber in der Kreisstadt arbeiten, rücken mit den Haldensleber Kameraden zum Einsatz aus.

Zudem lässt sich die Stadt die Feuerwehr einiges kosten. Juhl erinnerte an die Drehleiter, die im vergangenen Jahr für 183000 Euro generalüberholt, und an das neue Tanklöschfahrzeug für 225000 Euro, das gänzlich ohne Fördermittel beschafft wurde. "Und noch im ersten Halbjahr 2014 bekommen wir einen neuen Einsatzleitwagen", informierte der Wehrleiter seine Mitstreiter.

Eine wichtige Rolle spielte die Haldensleber Wehr auch beim Jahrhunderthochwasser im Juni. Hier waren die Kameraden vorrangig zur Versorgung der Helfer eingesetzt. "Rund 1000 Kilometer haben wir allein mit dem Gerätewagen dabei zurückgelegt", erinnerte Frank Juhl. Eine großartige Leistung des Fachdienstes Logistik, bescheinigten sowohl Kreisbrandmeister Kai Pluntke als auch Haldenslebens Bürgermeister, Norbert Eichler, den freiwilligen Helfern, von denen jeder rund 54 Stunden im Hochwassereinsatz war und die dafür mit der Fluthelfer-Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet wurden.

Bei all den Einsätzen, um dem Leitspruch der Feuerwehr "retten-löschen-bergen-schützen" gerecht zu werden, kam bei der Freiwilligen Feuerwehr Haldensleben aber auch das gesellige Leben nicht zu kurz. Wehrleiter Juhl erinnerte in diesem Zusammenhang an das Fest zum 130-jährigen Bestehen der Wehr, aber auch an die vielen Veranstaltungen, bei denen die Feuerwehrleute vertreten waren.

Es sei gerade die Einsatzbereitschaft - egal ob im Ernstfall oder bei Veranstaltungen -, die nicht hoch genug gewürdigt werden könne, machte Eichler deutlich. Er betonte aber auch, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen der Stadtwehr und den kleineren Ortswehren sei. "Das wird hier hervorragend praktiziert, das ist nicht überall in Sachsen-Anhalt so", meinte er.

Doch auch "wenn wir jeden Kameraden brauchen", wie Eichler unterstrich, so hält Frank Juhl nichts davon, die Statistik zu hübschen. "Wir haben seit 2006 etwa 50 Kameraden aus der Wehr ausgeschlossen, weil sie ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen waren. Im vergangenen Jahr waren es wieder fünf", sagte er. Dieser rigorose Kurs sei notwendig, denn auch für die Kameraden, die nur auf dem Papier stehen, müsse Ausrüstung vorgehalten werden, so Juhl weiter. "Und das kostet einfach zuviel Geld." Rückendeckung erhält der Wehrleiter dabei von der Stadtverwaltung.