Die Fällung der alten Bäume entlang der Straße von Groß Bartensleben zur L 41/Beendorf sorgt bei Bodo Baron von Schilling für Unmut. Der Imker sieht eine wichtige Nahrungsgrundlage für seine Bienen gefährdet. Außerdem dürften die Bäume gar nicht ohne Genehmigung gefällt werden.

Bartensleben. Der Winter hat die meisten Außenbaustellen im Landkreis lahmgelegt. Doch so langsam kommt wieder etwas Bewegung hinein. So auch in Bartensleben, wo der Brückenneubau über die Aller als erster Bauabschnitt einer Gesamtneubaumaßnahme winterbedingt ruhte, nun aber bereits weiterführende Arbeiten in Form von Baumfällungen in Angriff genommen worden sind.

Und genau das bringt Bodo Baron von Schilling aus Bartensleben auf die Palme, genauer auf die Kastanie, denn um diese geht es.

Der Bienenzüchter sieht mit der Fällung der alten Kastanien an der Straße zwischen der Brücke und der Landesstraße L 41 die Existenz seiner Völker bedroht, die in unmittelbarer Nähe ihr Zuhause haben. "Die Bäume liegen genau in ihrer Einflugschneise und machen etwa ein Fünftel der Nahrung meiner Bienen aus", erklärte Bodo von Schilling gestern im Gespräch. Und auch der Lebensraum von Fledermäusen werde damit zerstört. Eine Genehmigung vom Kreis-Umweltamt habe es dafür bislang gar nicht gegeben, meinte der Imker. Seiner Ansicht nach dürften nicht alle Bäume gefällt werden, sondern nur ausgewählte.

"Bei der Fällaktion handelt es sich um eine planmäßige Maßnahme", erklärte gestern auf Anfrage der Volksstimme, Wilfried Tremmel, zuständiger Bauleiter vom Eigenbetrieb Straßenbau und -unterhaltung.

Neue Bäume brauchen zu lange zum Blühen

Das Umweltamt habe im Vorfeld eine Genehmigung für die Fällung von 30 Bäumen – 15 Kastanien, eine Esche sowie kleinere Bäume und Büsche – erteilt. Eine Kastanie sei ohnehin schon im Vorfeld umgefallen und über die Straße gestürzt. Zum Glück sei dabei niemand zu Schaden gekommen.

Entsprechend einer Auflage, die an die Fällung gebunden sei, würden 100 Bäume neu gepflanzt, allerdings erst, wenn die Baumaßnahmen abgeschlossen sind, betonte Wilfried Tremmel. Dann gebe es eine durchgängige Allee von Bartensleben bis zum Anschluss an die Landesstraße.

Die alten Bäume könnten im Zuge der Arbeiten nicht gehalten werden. Da bis 65 Zentimeter tief in das Erdreich gegangen werden müsse und wenn man die Dammlage beachtet, sei der Erhalt der alten Stämme sehr schwierig. Da die Straße auch etwas breiter als vorhanden werde, könnten die Bäume nicht sicher erhalten werden. Der Umsturz der einen Kastanie habe das auch gezeigt.

Dass jetzt gefällt werde, hängt nach Angaben des Bauexperten mit einer Auflage zusammen, dass in jedem Jahr bis zum 28. Februar Fällungen abgeschlossen werden müssten, um die Nistperiode der Vögel nicht zu behindern.

Für Bodo von Schilling und seine Bienenvölker am Standort ist die Nachpflanzung zunächst nur ein schwacher Trost. "Der Ersatz ist gut, aber dann müssen auch Bäume her, die gleich blühen", sagte er mit Blick auf seine Bienen. Doch diesen Wunsch können ihm wohl weder die Bauverantwortlichen noch die Natur erfüllen.