Feuer im Weferlinger Rathaus. Dienstagabend kurz vor Feierabend schlagen die Rauchmelder Alarm. Aus einem Fenster dringt Rauch, eine Person wird vermisst.

Weferlingen l Ein ohrenbetäubender Lärm bricht am Dienstag um 17.31 Uhr aus den Rauchmeldeanlagen im Weferlinger Rathaus hervor. Etwas irritiert schauen sich die Mitarbeiterinnen einen Augenblick an, um dann zügig das Gebäude zu verlassen. Kurze Zeit darauf heult auch die Sirene auf dem Dach des Rathauses los, um die Feuerwehr zu alarmieren.

Acht Minuten später sind zwei Einsatzfahrzeuge mit einer Frau und neun Männern vor Ort, ein Team sperrt die Straße am Kirchplatz, das andere verschafft sich Zutritt zum Gebäude. Aus einem Fenster im ersten Stock sind dünne Rauchsäulen zu erkennen.

Weferlingens Ortswehrleiter Stephan Walther steht mit einer Uhr und einem Block in der Hand am Hintereingang des Rathauses und macht sich eifrig Notizen. Denn: Zum Glück handelt es sich nur um eine Übung für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Weferlingen.

"Wir müssen solche Szenarien üben, denn so bekommen die Kameraden den besten Einblick in die Gegebenheiten vor Ort", weiß der Ortswehrleiter. Schon allein die Schließanlage des Rathauses, die im Einsatzfall von der Feuerwehr bedient wird, muss erst einmal kennengelernt und beherrscht werden.

Ein Blick auf die Mitarbeiter zeigt, dass noch jemand fehlt, die Reinigungskraft. Zu ihrer Rettung legen sich die Brandschützer ihre Atemschutztechnik an, um in das Obergeschoss vorzudringen. In der Eile vergessen sie allerdings, die Schutzhaube für die zu rettende Person mitzunehmen. Also muss der Einsatzleiter vor Ort ein zweites Team von Atemschutzgeräteträgern hinterherschicken.

Unterdessen bauen andere Kameraden Schlauchleitungen und einen Rauchabzug auf. Immer mehr Schaulustige treffen am Kirchplatz ein und wollen wissen, was los ist. Auch sie spielen im Ernstfall eine Rolle, müssen zurückgehalten werden. Endlich melden die Atemschutzträger, dass sie die vermisste Person im verqualmten Kopierraum gefunden haben. Sie ist verletzt, deshalb wird eine Trage herbeigeholt, mit der sie die steile Rathaustreppe hinuntergetragen werden muss. Auch nicht so einfach, mit den großen Stiefeln die kurzen Treppenstufen zu nehmen und die Trage um die kurze Ecke des Treppenabsatzes zu tragen. "Das war schon ein komisches Gefühl auf der Trage. Auf der Treppe konnte man richtig Angst bekommen", sagt Michaele Eltzsch ganz erleichtert, heil unten gut angekommen zu sein. Auf die ganze Aufregung genehmigt sie sich erstmal eine Zigarette.

Gegen 18.15 Uhr kann Entwarnung gegeben und alles wieder eingepackt werden. "Solche Übungen müsste es viel öfter geben", meinte ein Kamerad. Was zum Beispiel, wenn mal in der Planschule ein Feuer ausbricht, zeigt er hinter sich. Viele Kinder könnten in einem solchen Fall betroffen sein, müssten schnell gerettet werden. Für Ortswehrleiter Stephan Walther gibt es noch einigen Auswertungs- und Optimierungsbedarf, doch dafür sind solche Übungen schließlich da.

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