Das neue Sudhaus der Colbitzer Heidebrauerei wächst. In den vergangenen Tagen wurden die Behälter angeliefert und im Neubau montiert. Die Hofbrauhaus Wolters GmbH aus Braunschweig als neuer Eigentümer investiert in die Colbitzer Heidebrauerei rund fünf Millionen Euro.

Colbitz l Ein riesiger Autokran hebt die Edelstahlbehälter vom Transportfahrzeug. Vorlaufgefäß, Maischebottich, Würzepfanne, Läuterbottich oder Whirlpool schweben am Kranhaken zum Neubau. Die tonnenschweren Behälter sind in Nordhausen gefertigt worden.

"Für die Montage der Behältertechnik mussten einige Dachsegmente aufgenommen werden, so dass die Gefäße mit relativ geringem Aufwand in das neue Sudhaus eingebaut werden können", informiert Petra Haase, Geschäftsführerin der Colbitzer Heidebrauerei. Mit der Montage der Großtechnik liegt der Bau des neuen Sudhauses im Zeitplan. "Wir streben an, Anfang Mai den Betrieb aufzunehmen", so Petra Haase.

Dann wird das Colbitzer Heidebier wieder in Colbitz gebraut. Derzeit kommen Colbitzer Edel, Pils, Dunkel oder Bock noch in Tankwagen aus Braunschweig. Dort werden die Colbitzer Bierspezialitäten nach Rezepturen der Colbitzer Heidebrauerei und unter Aufsicht der Colbitzer Braumeister gebraut.

Energie und Wasser sollen eingespart werden können

"Das gesamte Bauvorhaben macht deutlich, wie wichtig uns die Erhaltung des Brauereistandortes Colbitz ist und wie hoch die Chance eingestuft wird, Colbitzer Brauspezialitäten wieder erfolgreich zu vermarkten", betont die Geschäftsführerin. Die Colbitzer Heidebrauerei hatte im Jahr 2012 Insolvenz anmelden müssen. Die Hofbrauhaus Wolters GmbH aus Braunschweig hatte bei der Übernahme versprochen, ihre neue Tochtergesellschaft zu einer modernen Braustätte werden zu lassen. "Der Sudhausneubau ist dafür der erste und wichtigste Schritt, der von weiteren Investitionen in Technik und Gebäude begleitet wird", so Petra Haase. Rund fünf Millionen Euro will Wolters in den kommenden Jahren noch in Colbitz investieren, kündigt Geschäftsführer Peter Lehna an.

Die moderne Technologie im neuen Sudhaus sorgt für positive Effekte beim Energieverbrauch, der um mehr als 30 Prozent gesenkt werden kann. Ähnlich positive Effekte soll es für den Wasserverbrauch und die Entstehung von Abwasser geben. Neben der Effizienzsteigerung der Brauerei und der Sicherung der hohen Qualitätsansprüche haben auch Aspekte des Umweltschutzes einen hohen Stellenwert bei der Investition.

"Die Inbetriebnahme des Sudhauses wird schon 2014 zwei neue Arbeitsplätze sowie jährlich einen neuen Ausbildungsplatz schaffen", kündigt die Geschäftsführerin an, "wenn sich der Ausstoß der Brauerei wie geplant positiv entwickelt, können weitere Arbeitsplätze hinzukommen. Diese Entwicklung liegt allerdings in den Händen der Verbraucher."

Trotz der hohen Investitionen in moderne Technologie sollen die Produkte der Heidebrauerei echte Bierspezialitäten bleiben, die sich deutlich von der Massenware der Konzern- und Großbrauereien unterscheiden.