Bewohner von Kathendorf haben wegen des starken Verkehrs auf der Landesstraße 24 Angst um ihre Kinder. Der Ortschaftsrat ergreift tatkräftig Eigeninitiative und möchte mit Hilfe einer Geschwindigkeitsanzeige Raser auf ihr Fehlverhalten hinweisen und so deren Geschwindigkeit drosseln.

Kathendorf l "Muss denn erst ein Kind überfahren werden, bevor etwas gegen die Raser getan wird?" Das fragen sich die Kathendorfer. Sie haben Angst um ihre Kinder, denn viele Kraftfahrer rasen mit viel zu hoher Geschwindigkeit auf der Landesstraße (L) 24 in den Ort. Die Mitglieder des Ortschaftsrates wollen nicht tatenlos zusehen. Doch vergeblich suchen sie seit einigen Jahren nach Lösungen, um die Geschwindigkeit der Autos auf der L 24 auf 30 Kilometer pro Stunde zu begrenzen. Auch mit verkehrsberuhigenden Hindernissen auf der Fahrbahn oder einer Ampel wollten die Kathendorfer die Raser bremsen. "Wir haben aber laut Straßenverkehrsamt keine Chance auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometern pro Stunde, weil es eine Landesstraße ist", zieht Kathendorfs Ortsbürgermeisterin, Heike Röhl (parteilos), bei der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates Bilanz. So bleibt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit bei 50Kilometer pro Stunde.

An dieses Limit hält sich niemand. Ungebremst rasen die Kraftfahrer aus Richtung Etingen in den Ort. Besonders gefährlich sei es am Ortseingang aus Richtung Rätzlingen kommend, denn dort ist die Straße wegen einer Kurve schlecht einsehbar. Dort wohnen zwei Familien mit zwei und drei Kindern. Außerdem gibt es auch ältere Leute, die durch die eingeschränkte Sicht in der Kurve Probleme haben, die Fahrbahn zu überqueren.

Die Kathendorfer geben nicht auf. Jetzt soll eine elektronische Anzeigetafel mit dem Hinweis auf die tatsächliche Geschwindigkeit installiert werden. Raser sollen damit auf ihr Fehlverhalten hingewiesen werden. Die Tafel soll aus Richtung Rätzlingen kommend angebracht werden.

"Um die Anzeigetafel finanzieren zu können, werden wir die 2000 Euro, die wir als Spende von der Volksbank Helmstedt bekommen haben, verwenden", erklärt Heike Röhl.

Ein Problem sei es aber noch, an passender Stelle einen Stromanschluss zu bekommen. "Aus der Stadt heißt es, dass kein Geld für die nötigen Schachtarbeiten da sei", informiert die Ortsbürgermeisterin. Sie schlägt vor, selbst anzupacken. Die Männer des Ortschaftsrates sind optimistisch und wollen mit eigener Technik und Muskelkraft den etwa 20Meter langen Schacht für die Kabel von einer Straßenlaterne bis zur Tafel legen.

Der Rat hofft auf die positiven Effekte der Anzeigetafel und auf eine Verbesserung der allgemeinen Verkehrsmoral.