Während seiner Israel-Reise besuchte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) die Behinderteneinrichtung Beit Uri. Diese Einrichtung hält seit Jahren Kontakt zur Wolmirstedter Gehard-Schöne-Schule. Sachsen-Anhalt unterstützt die nächste Reise von Beit-Uri-Bewohnern.

Wolmirstedt l Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff besuchte im israelischen Afula die Behinderteneinrichtung Beit Uri. Im Gepäck hatte er einen Fördermittelbescheid über 5000 Euro. Davon sollen im Sommer neun Bewohner Beit Uris nach Deutschland geflogen werden, wo sie die Partnereinrichtung, die Gerhard-Schöne-Schule in Wolmirstedt, besuchen. Sie werden von drei Betreuern begleitet.

Den Kontakt zwischen Beit Uri und der Schule für Geistigbehinderte "Gerhard-Schöne" hat Dr. Eckart Frey vor Jahren geknüpft. Der Althistoriker lehrt an der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität. "Damals haben Studenten in Beit Uri ein freiwilliges Jahr absolviert", sagt er. So sei der Kontakt zum Behindertenheim enger geworden, und Dr. Frey hat die Bande an die Gerhard-Schöne-Schule weitergeleitet. Dort ist er Vorsitzender des Schulfördervereins.

Längst haben sich Beit-Uri-Bewohner und Schöne-Schüler gegenseitig besucht und auf diese Weise näher kennengelernt. Zum jüdischen Lichterfest wird regelmäßig eine Liveschaltung zwischen beiden Einrichtungen organisiert.

Als der Ministerpräsident in Beit Uri weilte, war Eckart Frey ebenfalls vor Ort. "Ich war an dem Tag gerade in Jerusalem, bin aber von dort nach Tel Aviv gefahren und zusammen mit der Delegation in das Heim Beit Uri gereist." Sie wurden von den Behinderten mit Liedern begrüßt, die sie im Rahmen der Musiktherapie einstudiert hatten, und haben sich die Werkstätten angeschaut. "Besonders war ich von einem blinden und gehörlosen Korbflechter beeindruckt", sagt Frey. In Beit Uri arbeiten die Behinderten vor allem künstlerisch, sie weben, ziehen Kerzen oder arbeiten als Holzbildhauer. "Sie leben das aus, was im Menschen drin ist", formuliert der Althistoriker, der auch hebräisch spricht.

Seit 1995 organisiert Dr. Eckart Frey Exkursionen nach Israel, meist für die Deutsch-Israelischen Gesellschaft Magdeburg. Die Faszination hat nicht nachgelassen. "In diesem Land habe ich auf engstem Raum alles beisammen, mehrere Klimazonen und die großen Weltreligionen zum Beispiel." Frey erzählt von sintflutartigen Regenfällen in der Wüste und Schnee in Jordanien.

Die jordanische Schneeballschlacht hat auch Marko Raschke miterlebt. Der Kaliwerker ist bereits zum vierten Mal mit Eckart Frey auf die Reise gegangen. "Land und Leute faszinieren mich immer wieder", sagt Marko Raschke, "dort sind alle viel offener."

Die Wolmirstedterin Kerstin Andreé war zum ersten Mal dabei. "Eckart Frey hat mir das Land auf unkomplizierte Weise nahe gebracht", sagt sie und steht noch immer sichtlich unter dem Eindruck des Besuches der Grabeskirche und der Stadt Petra. Auch Beit Uri habe ihr sehr gefallen, erzählt sie. Besonders beeindruckt habe sie die Fröhlichkeit dort und der Betreuungsschlüssel von nahezu eins zu eins.

Die Beit-Uri-Bewohner kommen am 19. Mai für eine Woche nach Wolmirstedt. Besuche in der Magdeburger Staatskanzlei und im Zoo stehen auf dem Programm.

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