Haldensleben (az) l Für poetische Stimmung hat in der Kulturfabrik eine gemeinsame Lesung von Ludwig Schumann und Wahid Nader gesorgt. Unter dem Titel "Ich weide Sterne auf trunkener Nacht" trugen sie Liebesgedichte und erotische Geschichten vor. Zum Programm gehörten dabei viele leise Töne. Aber auch der Humor blieb nicht außen vor. So stellten in der Eröffnungsgeschichte von Ludwig Schumann zwei Enkelkinder verdutzt fest, dass ihr Opa plötzlich anders ist, nämlich verliebt. Das versetzte sie in große Aufregung.

Wahid Nader stiftete den Namen der Veranstaltung. Denn sein erstes auf Deutsch erschienenes Buch trägt den gleichen Titel. Daraus las Wahid Nader zahlreiche Gedichte vor. Sie handelten nicht nur von der Liebe, sondern auch von der Begegnung mit sich selbst und dem Leben in einem anderen Kulturkreis. Denn der heutige Magdeburger stammt aus Syrien und kam 1984 in die damalige DDR. Aus einem Notizbuch trug vor, wie sich die Begegnung mit einer damals völlig neuen Welt anfühlte. Gleichzeitig stellte Wahid Nader Auszüge aus einem Manuskript vor, das Mitte des Jahres unter dem Titel "WasserHautSeide" erscheinen soll.

Auch Ludwig Schumann hat eine bewegte Biographie. Erst machte er eine Ausbildung zum Koch, dann studierte er Theologie, arbeitete als Pfarrer in der Börde. Heute ist er freischaffender Autor und lebt bei Möckern.

Zum Abschluss des Abends präsentierten Schumann und Nader ein Gedicht, das Schumann geschrieben und Nader übersetzt hatte. "Das war eine Zusammenarbeit, die mir sehr viel Freude gemacht hatte. Außerdem sieht es auf Arabisch nicht nur von der Schrift eher schöner aus, es klingt auch besser", meinte Ludwig Schumann augenzwinkernd.