Nicht nachlassen in ihrem Bemühen um den Erhalt der Grundschule Beendorf will die Elterninitiative. Nach einer Demo in Magdeburg geht es am 26. April in Beendorf weiter.

Beendorf/Magdeburg l Eltern und Sympathisanten der Grundschule "Bernhard Becker" aus Beendorf reisten am Donnerstag nach Magdeburg, um sich der vom Aktionsbündnis Grundschulen vor Ort ausgerufenen Demonstration gegen die Schulentwicklungsplanung vor dem Landtag in Magdeburg anzuschließen.

"Die Stimmung unter den Teilnehmern aus allen Landesteilen vor dem Landtag schwankte zwischen Hoffnung, Wut und Kampfgeist", fasste Initiativsprecher Nico Tylewski zusammen. Abordnungen von Eltern vieler von Schulschließung bedrohter Orte aus Sachsen-Anhalt waren vertreten. Das große Motto hieß Solidarität. Grund der Demo war ein aktuell zu behandelnder Antrag der Fraktion Die Linke für ein Schulschließungsmoratorium, alles sollte auf Start gesetzt und somit die Schließung der in diesem Jahr betroffenen Grundschulen verhindert werden.

"Leider wurde der Antrag Der Linken mit den Stimmen der großen Koalition abgelehnt. Das war ein enttäuschender Moment für uns", sagte Nico Tylewski. "Aber wir wussten vorher, dass der Weg nicht einfach wird und wir immer wieder Hürden zu bezwingen haben, die Oppositionsparteien haben nicht die Mehrheit im Landtag", fügte Tina Tylewski hinzu.

Im Vorfeld der Demonstrationen kam es immerhin zu Gesprächen zwischen Landespolitikern und Initiatoren- sprechern, auch die Vertreter der Elterninitiative Allertal hatten die Möglichkeit, mit Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) ins Gespräch zu kommen und über ihre Situation in Beendorf zu sprechen.

"Herr Minister Dorgerloh kündigte Gespräche zwischen Landkreisen und Trägern an, welche Möglichkeiten es gibt, etwa durch Veränderungen der Schuleingangsbezirke, durch Stark III, durch Gemeindegrenzen übergreifende Verabredungen, vernünftige Lösungen für Schulen ab 2017 zu schaffen", fasste Nico Tylewski das Gespräch zusammen.

Nun hoffen die Beendorfer auf eine positive Entscheidung der Verbandsgemeinde Flechtingen, zunächst bezüglich der Einschulungen über das Jahr 2015/16 hinaus. "Wir brauchen Zeit, um alle unsere Schulstandorte innerhalb der Verbandsgemeinde langfristig zu halten", ist die Beendorfer Elterninitiative überzeugt, alle jetzt noch bestehenden Standorte erhalten zu können.

Man könne nicht Fördermittel anhand utopischer Schülerzahlen im ländlichen Raum für das Jahr 2029/30 jetzt schon fest machen. So gibt man jetzt schon alle anderen Gemeinden auf, das sei der falsche Schritt der Landesregierung und fördert umso mehr den demografischen Wandel, das Aussterben des ländlichen Raumes, so die Beendorfer.

"Wir müssen jetzt weitermachen, denn nach fast einem Jahr kommt das Thema Schulentwicklungsplanung immer wieder auf die Tagesordnung der Landesregierung", ist Nico Tylewski überzeugt.

Immer mehr Widerstand macht sich breit, man könne die Dörfer nicht durch die aus dem Volk gewählten Mandatsträger zerstören lassen. In Beendorf ist die nächste Aktion gegen die drohende Schulschließung für Sonnabend, 26.April, vorgesehen. Unter dem Motto "Wir lassen uns nicht abwickeln" plant die Elterninitiative "Allertal" mit ortsansässigen Vereinen eine Protestaktion.

Zudem läuft noch bis zum 30. April eine Petition, ein Schulschließungsmoratorium vom landesweiten Aktionsbündnis "Grundschulen vor Ort". Ein großer Teil der Einwohner von Beendorf und den umliegenden Orten hat schon ihre Unterschrift geleistet, sagte Nico Tylewski. Diese Petition sei auch mit jeder Suchmaschine im Internet zu finden und könne online unterschrieben werden.

Mit Unterstützung aus der Bevölkerung konnten schon mehr als 20 000 Unterschriften gesammelt werden. "Das ist eine super Leistung und zeigt, dass sehr viele Bürger in unseren Land mit der Sparpolitik oder besser gesagt der Kürzungspolitik des Landes nicht einverstanden sind", fasste der Initiativsprecher zusammen.

Der Dank der Beendorfer Initiatoren gilt den Unterstützern und den Hauptakteuren vom Aktionsbündnis "Grundschulen vor Ort", Walter Helbling, Ernst Romoser und Heinz-Joseph Sprengkamp, die ihre gesamte Freizeit in den Kampf "David gegen Goliath" stecken und inzwischen fast alle betroffenen Orte des Landes vereinen konnten.