Landkreis Börde l Der Landkreis Börde hat nun einen gemeinsamen Kreisverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). 57 Delegierte aus den GEW-Kreisverbänden Bördekreis und Ohrekreis haben im Gewerkschaftshaus in Magdeburg die Fusion zu einem neuen GEW-Kreisverband Börde beschlossen. Mit dieser Fusion bildet sich einer der größten und mitgliederstärksten GEW-Kreisverbände nach den Stadtverbänden Halle und Magdeburg im Land Sachsen-Anhalt. Mehr als 1000 Mitglieder zählt der neue Kreisverband.

In seinem Grußwort ging der Landesvorsitzende, Thomas Lippmann, auf den Umstand ein und verlieh der Hoffnung Ausdruck, dass er sich auch bei künftigen Tarifauseinandersetzungen auf die GEW-Mitglieder aus dem Kreisverband Börde verlassen kann.

Mit den Beschlüssen zu der neuen Satzung und des Haushaltes standen zunächst innerorganisatorische Themen im Vordergrund. In den Rechenschaftsberichten der beiden Vorsitzenden Andreas Ristau, GEW-Bördekreis, und Volker Thiele, GEW-Ohrekreis, wurde aber auch deutlich, dass sehr schnell bildungs-und tarifpolitische Themen wieder in den Vordergrund einer gemeinsamen Arbeit rücken werden.

Diese Notwendigkeit ergibt sich auch aus der Vielfalt im Organisationsspektrum der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im Kreisverband Börde. Von der Kita über die Schulen sind in der GEW eine Vielzahl von Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Erzieherinnen und Erzieher organisiert. Dabei reicht die Breite der Organisation der GEW-Mitglieder von staatlichen Einrichtungen bis hin zu vielen privaten Erziehungs- und Bildungsstätten.

Als durchaus positiv konnten die beiden Kreisvorsitzenden das Thema Mitgliederentwicklung ansprechen, denn obwohl viele GEW-Mitglieder in den letzten Jahren aus dem aktiven Dienst ausgeschieden sind, hat sich der Mitgliederbestand nicht mehr rückläufig entwickelt. Gerade die Tarifauseinandersetzungen in den letzten Jahren habe den Trend umgedreht und dazu geführt, dass immer mehr Kolleginnen und Kollegen in den Bildungseinrichtungen die Notwendigkeit einer starken Gewerkschaft erkennen und Mitglied würden, so die Vorsitzenden. Diese Entwicklung sei auch auf dem privaten Sektor der Bildungs- und Erziehungseinrichtungen zu erkennen. Immer mehr Beschäftigte stützten die Rolle der GEW beim Aushandeln von Tarifverträgen mit ihrer Mitgliedschaft. Die Intensivierung in der Betreuung bei aus dem aktiven Berufsleben ausgeschiedenen Beschäftigten habe ebenfalls dazu beigetragen, dem Mitgliederrückgang entgegen zu wirken.

Mit den Wahlen zum neuen, gemeinsamen GEW-Kreisverband Börde fand die Fusionsveranstaltung ihren Abschluss. In seinem Schlusswort forderte der neu gewählte Vorsitzende, Volker Thiele, noch einmal die Delegierten auf, ihre aktive Unterstützung der gewerkschaftlichen Arbeit fortzusetzen und gerade auch die GEW-Mitglieder vor Ort zu aktivieren, sich bei bildungspolitischen und tarifpolitischen Themen einzubringen, um die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitglieder auch weiterhin zu unterstützen.