Landkreis Börde l Nur etwa jeder dritte Haushalt im Landkreis Börde hat eine braune Biomülltonne vor der Tür stehen. Und das, obwohl es ein häufiger Irrglaube ist, dass die Biotonne auf freiwilliger Basis funktioniert, wie die Leiterin des Eigenbetriebs Abfallentsorgung, Natalja Peters, berichtet. Man könne sich zwar von der Biotonnen-Pflicht befreien lassen, aber nur, wenn man nachweisen kann, dass man die Möglichkeit zur Eigenkompostierung hat. Der Eigenbetrieb werde jetzt verstärkt kontrollieren, ob diese Möglichkeit bestehe. "Wir werden diejenigen, die keine Biotonne haben, anschreiben und fragen, wie sie ihren Biomüll entsorgen", so Peters weiter. Ziel sei es, dass künftig deutlich mehr Einwohner der Börde ihre Garten- und Küchenabfälle so entsorgen, dass sie recycelt und in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden können.

Eine Analyse des Abfall, die der kreiseigene Betrieb Abfall- entsorgung im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben hat, hatte nämlich zu Tage gefördert, dass reichlich Bioabfälle in den falschen Mülltonnen landen. Konkret wurden in der grauen Restmülltonne 31 Prozent und in der gelben Wertstofftonne 14 Prozent Biomüll gefunden. "Ebenfall ist im Landkreis Börde eine Zunahme an illegal abgelagerten Grünabfällen an Feld- und Waldwegen zu verzeichnen. Sowas darf nicht sein", sagt Natalja Peters.

Zur Erfassung aller im Haushalt und Garten anfallender Bioabfälle werden durch den Eigenbetrieb Tonnen in den Größen 60, 120 und 240 Liter angeboten. Weiterhin besteht die Möglichkeit, Hecken-, Baum- und Strauchschnitt zweimal im Jahr zur Entsorgung bereitzustellen. Nutzer der Biotonne können zudem zu jedem Entsorgungstermin bis zu sieben Bündel Grünschnitt neben die Biotonne legen. Reicht das Volumen der Tonne nicht aus, sind spezielle Bioabfallsäcke bei den Entsorgern erhältlich.

Die so gesammelten Bioabfälle werden dann auf zwei Anlagen im Landkreis zu hochwertigem Kompost für Landwirtschaft und interessierte Nutzer verarbeitet. Dieser Kompost besitzt laut Peters die Eigenschaft, Böden positiv zu beeinflussen, indem er nachhaltig düngt, die Speicherung des Wassers im Boden verbessert und der Bodenerosion entgegenwirkt. "Um zukünftig noch mehr Bioabfälle zu hochwertigem Kompost verarbeiten zu können, sind wir auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger angewiesen", sagt Peters.

Die Abfallberater des Eigenbetriebs Abfallentsorgung stehen für Fragen rund um die Biotonne unter der Telefonnummer 039201/70 33 118 und -119 bereit.