Vier Jahre nach ihrem Auszug aus dem Schloss ist die Erxleber Bibliothek noch einmal umgezogen. Dieses Mal ging es aber nur einige Meter weiter in ein frisch renoviertes Domizil, das bei den Lesern Anklang findet.

Erxleben l Sie ist nur wenige Meter umgezogen, doch die Arbeit, die Christine Heinz mit dem Umzug hatte, bleibt dieselbe wie ein Umzug in eine andere Stadt. "Keiner, der schon einmal mit einer Bibliothek umgezogen ist, kann nachvollziehen, was da an Aufwand dranhängt", erzählt die ehrenamtliche Bibliothekarin aus Erxleben.

Doch für ihre Leser hat die hauptberufliche Buchhändlerin den Aufwand gern betrieben und fühlt sich in ihrem neuen Domizil auf dem Hof in der Hörsinger Straße wohl. "Es ist schön geworden und ich habe viel mehr Platz. Die Räume sind hell und freundlich, das Ambiente ansprechend", freute sie sich.

Die Reaktion ihrer Leser gibt ihr recht. Die einhellige Meinung, dass die beiden Räume zum Schmökern regelrecht einladen, zieht sich durch alle Altersgruppen ihrer Leserschar.

Für die Kinder gibt es einen kleinen Extraraum mit einem Tisch und Stühlen. Jakob und Helge Werthes stürzen sich gleich auf die Regale, um sich Bücher zum Mitnehmen auszusuchen. "Von dieser Reihe hatten wir schon mehrere Bücher zu Hause. Die sind spannend", sagt Jakob Werthes und schnappt sich ein "Was ist das...?"-Buch. Seinen Bruder Helge zieht es eher in die Abenteuer-Abteilung. Gemeinsam mit ihrer Mutter gehören die Jungs zu den Stammkunden in Erxleben.

Vor vier Jahren ist Christine Heinz aus dem Erxleber Schloss I ausgezogen, weil dort dringender Sanierungsbedarf bestand. Zurück kann sie nicht, denn ihre Etage wartet noch auf eine Erneuerungskur.

Aber auch im bisher vom Vermieter Holger Jahn zur Verfügung gestellten Raum konnte sie wegen Eigenbedarf nicht bleiben. Darum überlegten sie gemeinsam mit der Gemeinde, wie es nun weiter gehen soll.

Die gemeindeeigenen Räume einer ehemaligen Arztpraxis standen zur Disposition, doch der Herrichtungsaufwand und vor allem die Heizung hatten der Gemeinde arge Kopfschmerzen bereitet. Schließlich kam man auf den jetzigen Standort, ebenfalls auf dem Jahnschen Gelände. Dort ist die Gemeinde nun Mieter, der Vermieter hatte die Räume entsprechend hergerichtet.

"So schön wie es jetzt geworden ist, ist es mal wieder an der Zeit, auch Leser aus den Nachbargemeinden einzuladen", meint Christine Heinz. Immer dienstags ab 16 Uhr öffnet sie die Bibliothek für kleine und große Leseratten. Der Stoff geht ihr nicht aus, denn sie kann sich in der Haldensleber Stadt- und Kreisbibliothek selbst immer wieder neue Bücher für Erxleben ausleihen.

Auch auf eigene Bestände kann sie mittlerweile durch Schenkungen und Spenden zurückgreifen. So manches Buch hat auch schon für kleines Geld den Besitzer gewechselt, wenn es aussortiert worden war.

Bürgermeister Gerhard Jacobs gehörte zu den ersten Besuchern nach der kürzlichen Eröffnung. Auch er freute sich, dass die Bibliothek auch dank des Votums des Gemeinderates nun in einem Domizil mit ansprechendem Ambiente Einzug gehalten hat. Darum würde es auch ihn freuen, wenn mehr Leser aus den Dörfern seiner Gemeinde öfters mal den Weg in die Bibliothek finden würden.

Christine Heinz hatte in den vergangenen Tagen insbesondere von ihrer Familie tatkräftige Hilfe beim Um- und Einzug. So manchen Handgriff beim Aufbau der Regale hat dabei ihr Mann erledigt. Und ein bisschen Arbeit steht ihm auch noch bevor.