Professor Rolf-Dieter Arens ist Ideengeber, Mitinitiator und Gründungsvater der Sommermusikakademie Hundisburg. Viele Jahre ist er auch der künstlerische Leiter des Festivals. Am Sonnabend wurde Rolf-Dieter Arens mit dem Rolandschwert der Stadt Haldensleben geehrt.

Hundisburg l Stadtratsvorsitzender Guido Henke, der die Gäste zum Stadtempfang im Schloss Hundisburg begrüßt, dankt all jenen, die uneigennützig und oftmals still in den Gemeinschaften wirken - den Ehrenamtlichen ist dieser Empfang am Sonnabend ganz besonders gewidmet. Dem kann Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens nur beipflichten: "Haldensleben ist eine Stadt mit Zukunft, Haldensleben ist eine prosperierende Stadt, eine Stadt mit Lebensqualität." Doch ohne Ehrenamt würde vieles nicht funktionieren, nicht in Sachsen-Anhalt und auch nicht in Haldensleben.

"Viele Einrichtungen und Angebote, die unsere Stadt so lebenswert machen, beruhen auf Initiativen und Aktivitäten der Bürgerinnen und Bürger", unterstreicht Bürgermeister Norbert Eichler diese Feststellung. Er dankt allen, "die ehrenamtlich und bürgerschaftlich eine Aufgabe für die Gemeinschaft übernommen haben." Und schlussfolgert: "Keiner kann alles, aber jeder kann etwas und gemeinsam schaffen wir vieles. Wenn wir das Miteinander danach ausrichten, dann schaffen wir es, Haldensleben erfolgreich weiterzuentwickeln."

Einem wird an diesem Tag ganz besonders Dank gesagt: Professor Rolf-Dieter Arens, sein Name ist untrennbar mit der Sommermusikakademie Hundisburg verbunden.

"Als ich von der Ehrung erfuhr, habe ich gleich gesagt, dass ich dann die musikalische Umrahmung übernehmen würde, das spart Kosten", erklärt Professor Rolf-Dieter Arens noch vor der Laudatio und setzt sich an den Flügel. Eine Fantasie von Mozart perlt in den Festsaal. Zum Abschluss der Veranstaltung erklingt die Ouvertüre zur Wagner-Oper "Rienzi" in einer Bearbeitung von Franz Liszt - voller Sehnsucht, aber auch kämpferisch. Rolf-Dieter Arens spielt mit Inbrunst und ohne Noten.

Die Musik spricht für den neuen Schwert-Träger. Er kann träumen, er hat Visionen, aber er kann genausogut kämpfen. "Wie woll`n Se denn das finanzieren", sei die Frage gewesen, die ihm am häufigsten gestellt wurde, erinnert er sich. In den meisten Fällen habe es einen Weg gegeben, auch wenn der nicht immer leicht zu gehen war. Arens ist bodenständig, genau wie dieses Festival. Und er ist immer auf der Suche nach Sponsoren, auch am Sonnabend nutzt er die Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen.

"Ich habe immer zwei Bilder vom Schloss Hundisburg in der Tasche"

Harald Blanke, Geschäftsführer der Schloss- und Gartenverwaltung, blickt zurück: Mit fünf Jahren erhielt Arens den ersten Klavierunterricht, studierte von 1963 bis 1968 an der Hochschule für Musik Leipzig Klavier und Kammermusik, lehrte selbst an Musikhochschulen, war als Solist mit dem Berliner Sinfonieorchester in ganz Europa unterwegs, gastierte als Solist in Europa, Asien und Südamerika. Er richtete Meisterkurse aus, war Juror bei internationalen Wettbewerben. Von 2001 bis 2010 wirkte er als Rektor der Hochschule für Musik "Franz Liszt" Weimar.

Das unerschöpfliche künstlerische Wirken des Pianisten und Hochschullehrers zahlt sich für Hundisburg aus. "Ich fühle mich hier zu Hause", erklärt der bescheidene Künstler am Sonnabend. Und: "Ich habe immer zwei Bilder vom Schloss Hundisburg in meiner Tasche - eins vor 25 Jahren und eins von heute."

Arens` Frau stammt aus der Region und so traf er Anfang der 90er Jahre in Hundisburg auf Menschen, die wie er Visionen hatten, so entsteht die Idee der Sommermusikakademie. Am Sonnabend erinnert er sich auch an Weggefährten der Anfangsjahre - Ulrich Hauer, Kurt Hegner, Wolfgang Kaiser. Ohne ihn wäre die Konzertreihe, wäre die konzeptionelle Mischung nicht zustande gekommen, sagt Blanke. Und die Sommermusikakademie habe auch indirekt zum Wiederaufbau des Hundisburger Schlosses beigetragen.

Rolf-Dieter Arens war von 1993 bis 1999 künstlerischer Leiter der Sommermusikakademie und übernahm dieses Amt 2007 wieder. Er half mit, die Akademie bei geschrumpftem Budget wieder auf solide Füße zu stellen.

"Als junger Mann hatte ich den Traum, ein anerkannter Pianist zu werden und ein Festival zu begründen", sagt Rolf-Dieter Arens. Das hat er längst geschafft. Doch der begnadete Pianist hat immer noch Visionen. Auch über die Landesgrenze hinweg soll die Akademie in der Region Helmstedt noch mehr Fuß fassen. Dafür sind die Weichen bereits gestellt. Und in diesem Jahr wird das Akademieorchester erstmals auch in Magdeburg spielen. 2015 wird zusätzlich ein Auftritt in der Bundeshauptstadt ins Auge gefasst, im Rahmen eines dort etablierten Festivals. Alle drei Jahre eine Oper für die Sommermusikakademie im Schloss, das wünscht er sich und sucht Sponsoren.

Erst eine Idee ist es, in der Region Auftritts- und Begegnungsmöglichkeiten für junge internationale Orchester zu schaffen. Das gibt es in Sachsen-Anhalt bisher nicht. Rolf-Dieter Arens sucht Verbündete.