Eltern und Akteure haben die Sitzung des Hauptausschusses besucht, um sich gegen das Ende des Zirkusprojektes in Oebisfelde auszusprechen. Grund der Kündigung ist der Vorwurf der Verwaltung, dass die Turnhalle der Oebisfelder Grundschule "An der Aller" oft nicht gereinigt worden sei. Zirkuspädagoge Jens Klamm wehrt sich gegen diese Anschuldigungen.

Weferlingen/Oebisfelde l "Warum wurde die Sporthallenzeit für unser Jugendprojekt gekündigt? Was können wir als Eltern machen, um die Sporthalle als Trainingsstätte wieder nutzen zu können?" Auf diese Fragen wollte Andrea Kurfels, Mutter eines Sohnes, der sich am Zirkusprojekt beteiligt, bei der Sitzung des Hauptausschusses der Stadt Oebisfelde-Weferlingen, konkrete Antworten.

Einheitsgemeinde-Bürgermeisterin Silke Wolf (Die Linke) betonte, dass sie sich nicht im öffentlichen Teil der Zusammenkunft zu diesem Thema äußern wird. Es handele sich um Personalien. Andrea Kurfels solle sich einen Gesprächs- termin mit ihr vereinbaren.

Mit dieser Antwort wollte sich Zirkuspädagoge Jens Klamm, der auf Bitte der Eltern in Weferlingen anwesend war, nicht abspeisen lassen. "Ich stehe in keinem Dienstverhältnis zu ihnen, also ist es auch keine Personalangelegenheit", verteidigte Klamm sein Anliegen, sprechen zu dürfen.

Zweieinhalb Jahre lang gestaltete der Pädagoge das Zirkusprojekt für etwa 20 Kinder in Oebisfelde. "Wir brauchen die Unterstützung der Stadt, weil wir auf diese Räumlichkeiten angewiesen sind. Ich habe die Kündigung per Einschreiben bekommen. Die 20 Kinder sind wegen der plötzlichen Kündigung todtraurig. Wir sollen gegen Ordnung und Sauberkeit verstoßen haben. Wir hätten Stroh und Heu hinterlassen und damit gegen brandschutztechnische Vorschriften verstoßen. Das stimmt nicht", wehrte sich Klamm gegen diese Anschuldigungen. Stadtratsmitglied Bernd Schuster (SPD) hakte noch mal nach: "Haben Sie Heu und Stroh verwendet?" Der Zirkusmann betonte: "Nein, ich trainiere keine Tiere, sondern Kinder. Wir haben nach dem Training immer die Halle sauber gemacht."

Ohne ein vorheriges Gespräch habe die Bürgermeisterin den Landkreis informiert. "Das ist rufschädigend. Dagegen werde ich mich wehren", versicherte Klamm. Als Clown Caro Curioso appellierte er an das Herz der Bürgermeisterin, doch das Projekt weiter zu unterstützen. Finanziert vom Landkreis Börde arbeitet er in vielen Städten und Gemeinden, die ihm kostenlos Veranstaltungsräume zur Verfügung stellen. "Dieses Projekt kostet die Stadt kein Geld. Ich bringe meine Materialien mit", beteuerte Klamm. "Dieses Zirkus- projekt ist ganz toll. Es sind viele Kinder aus der Tagesgruppe dabei, die dort für einen gewissen Zeitraum aufgefangen werden", erklärte Andrea Kurfels. "Diese Kinder haben kein Sprachrohr. Ich kämpfe nicht für mich, sondern für die 20 Kinder", ver- sicherte der Zirkuspädagoge.

Die Bürgermeisterin entgegnete: "Wir haben keinen ab- geschlossenen Kooperationsvertrag." Sie gab zu bedenken, dass der Unfallschutz für die Kinder des Zirkusprojektes nicht abgesichert sei. "Die Kinder sind bei den sportlichen Aktivitäten versichert", widersprach Klamm.

Birte Groneberg, die ehemals für die Jugendarbeit der Stadt Oebisfelde-Weferlingen tätig war, meldete sich als Mutter zu Wort. "Das Koopera- tionsprojekt mit Herrn Klamm startete 2012 mit Förder- geldern vom Landkreis in meiner Dienstzeit. Es gibt Projekt- unterlagen im Rathaus, die bewilligt wurden", erklärte sie und appellierte, das Projekt weiter zu führen.

Klamm lud die Bürgermeisterin ein, bei der Abschluss- veranstaltung des Zirkusprojektes am heutigen Mittwoch beim Paritätischen Wohlfahrtsverband in Oebisfelde dabei zu sein, um den Kindern Rede und Antwort zu stehen.