Haldensleben l Extra trainieren müssen die Hähne nicht, sie haben es im Blut. "Wenn sie Artgenossen sehen und hören, müssen sie zeigen, wie toll sie sind. Sie animieren sich untereinander", ist sich Frank von Ameln sicher. Zusammen mit seinen Gleichgesinnten im Rassegeflügelzuchtverein "Roland" in Haldensleben veranstaltete er wieder ein Hähne-wettkrähen. 56 Tiere gehen an den Start. Nicht der lauteste Hahn gewinnt, sondern der ausdauerndste.

Wer binnen einer Stunde am häufigsten hörbar seine Artgenossen beeindruckt, hat den Schnabel vorn. Und die Konkurrenz schläft nicht. Im Gegenteil, die Schreiber haben gut zu tun, denn sie haben jeweils vier gefiederte Schreihälse im Visier und führen eine Strichliste. Während so mancher Gockel kräht, was das Zeug hält, sitzt sein Nachbar scheinbar unbeeindruckt im Käfig. "Wenn du nicht bald mit dem Krähen beginnst, landest du im Suppentopf", warnt ihn sein Besitzer ohne Erfolg.

Beeinflussen könnten die Zuchtfreunde ihre Lieblinge nicht. Es gäbe zwar Tricks, aber ob die wirklich wirksam sind, weiß niemand. Aufgeteilt sind die Schreihälse in Groß- und in Zwerghähne. Eigentlich sind die Zwerge wegen ihrer Körpergröße immer die besseren Kräher, aber in diesem Jahr scheinen die Großen zu gewinnen.

Spannend ist es nach der Auswertung bei der Siegerehrung. "Wir haben einige Hähne, die über 100 Mal gekräht haben. Dieses Jahr sind die Großhähne groß da. Warum das so ist? Keine Ahnung, denn es geht hier nur um den Spaß", betont von Ameln.

Den Siegerpokal nimmt Dieter Bernhard aus Althaldensleben entgegen. Sein bunter Großhahn ist der König der Schreihälse (135 Mal gekräht). Dicht gefolgt von den gefiederten Favoriten von Tommy Holzheuer aus Süplingen (114), Mario Wegner aus Süplingen (112), Frank von Ameln aus Haldensleben (97) und Ramona Constabel aus Süplingen (56).

Bei den Zwerghähnen hat Andreas Zimmermann aus Samswegen den ausdauerndsten Gockel (130). In der Wertung folgen die Hähne von Ronny Georgias aus Groß Santersleben (99), Tjark Woltersdorf aus Haldensleben (85), Heiko Eiserbeck aus Groß Santersleben (84) und Fabian Güttlich aus Haldensleben (71).

So haben die 27 großen Kräher in einer Stunde insgesamt 1001 Mal Kikeriki gemacht und die 29 kleinen Krachmacher 1056 Mal gekräht. Es gibt aber auch acht Hähne, die ihren Schnabel überhaupt nicht aufmachten.