Die ersten Konturen für einen Spielplatz in Wellen zeichnen sich ab. Zunächst nur auf dem Papier. Doch ein Förderantrag läuft. Voraussetzung dafür ist ein eigenes Grundstück gewesen. Darum hatte die Ortschaft Jahre gerungen. Diese Hürde ist erst einmal genommen.

Wellen/HoheBörde l Ein öffentlicher Spielplatz, der diesen Namen auch wirklich verdient, steht seit Langem auf der Wunschliste vieler, vor allem junger Wellener mit Familie. Der Spielplatz im Neubaugebiet ist verfallen. Jahrelang hatte Wellen von einem Abenteuerspieplatz mit Ritterburg auf dem früheren Schwimmbadgelände geträumt.

Für diesen Standort gingen die Meinungen im Ortschaftsrat auseinander. Zu abgelegen und somit anfällig für Randalierer, meinten die einen - herrlich gelegenen in Nähe des zum Teichbiotop umgestalteten früheren Freibads fanden die anderen.

Auch an der nächsten Standort-Alternative hatten sich die Geister geschieden. Die Kirchwiese in unmittelbarer Nähe der Kita und der Kirche fanden die einen als perfekten Standort mitten im Dorf. Pietätlos kritisierten andere, da sich unter dem Grün ein stillgelegter Friedhof befindet.

Das Ringen um ein passendes Grundstück, das alle Seiten zufrieden stellt, ist nun beendet. Die Gemeinde Hohe Börde hat auf Vorschlag des Wellener Ortschaftsrates das Eckgrundstück Kleine Straße/Thälmannstraße (am früheren Gasthof) erworben und will hier einen Spielplatz mit modernen Spielgeräten errichten. Einen Förderantrag für die Spielgeräte hat die Gemeinde Hohe Börde bereits gestellt. Für insgesamt knapp 59000 Euro sollen unter anderem eine Nestschaukel, eine Rutsche mit Turm, ein Sandkasten, eine Federwippe und eine Drehscheibe aufgestellt werden (siehe Entwurfsgrafik). Hinzu kommen Begrünungsmaßnahmen und Ruhezonen mit Sitzbänken.

Jetzt heißt es warten auf den Förderbescheid

Die Gemeinde und die Ortschaft hoffen, dass die Argumente für den Spielplatz die Förderbehörde überzeugen. Mit dem Vorhaben steigt ihrer Einschätzung nach die Lebensqualität für die Dorfbewohner erheblich - insbesondere für junge Familien, auf deren Zuzug jede Kommune in Zeiten des demografischen Wandels angewiesen ist. Zudem wird die Dorfmitte von Wellen weiter belebt. Die Vitalisierung alter Ortskerne ist maßgebliches Kriterium europäischer Förderinstrumente wie des "Leader"-Programms. Die Gemeinde setzt seit diesem Jahr mit der Gründung des Arbeitskreises "Hohe Börde vital" verstärkt auf die Entwicklung der Ortskerne und der dort schlummernden brach liegenden Flächen.

Hauhaltsplan enthält die Finanzierung des Eigenanteils

Ortsbürgermeister Michael Zentel ist froh über den erreichten Stand: "Ich bin glücklich, dass wir diese Fläche nun erwerben konnten. Für mich wäre das Schwimmbadgelände zu weit abgelegen gewesen, und die Kirchwiese war nicht durchsetzbar."

Zentel führte fort: "Sicher wäre die Kirche unter bestimmten Umständen bereit gewesen, das Grundstück für unsere Pläne zur Verfügung zu stellen, doch es gab Bedenken von vielen Seiten. Die nun gefundene Lösung ist der beste Kompromiss. Jetzt hoffen wir natürlich auf die Förderbehörden. Der letztendlich nötige Eigenanteil ist im Nachtragshaushalt 2014 enthalten. Ich bin guter Hoffnung", erklärte der Ortsbürgermeister.